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Angst vor Regulierung drückt Bitcoin-Kurs

The Coinbase logo is displayed on screens in Times Square when Coinbase Global, Inc. beings trading under the symbol CO
Der Coinbase-Börsegang hatte Bitcoin vorige Woche zu einem Rekordhoch verholfen.imago images/UPI Photo
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Am Wochenende kam es – nicht zum ersten Mal – zu einem Kursrutsch bei der größten Kryptowährung. Zuvor hatte Bitcoin angesichts des Börsegangs der Kryptobörse Coinbase ein Rekordhoch erreicht.

Am Montag war die Kryptowelt wieder halbwegs in Ordnung. Ein Bitcoin kostete am frühen Nachmittag 56.000 Dollar. Die Marktkapitalisierung der größten und ältesten Cyberdevise betrug wieder mehr als eine Billion Dollar, alle Kryptowährungen zusammen brachten es auf zwei Billionen.

Am Wochenende hatte Bitcoin wieder einmal heftig korrigiert. Der Kurs war auf 53.000 Dollar gefallen, nachdem er in der Vorwoche anlässlich des Börsegangs der Kryptobörse Coinbase erstmals die Marke von 64.000 Dollar übersprungen hatte. Zum Vergleich: Vor vier Monaten hatte ein Bitcoin erstmals 20.000 Dollar gekostet.

Korrekturen von 20 Prozent oder mehr innerhalb kurzer Zeit sind bei Bitcoin nichts Ungewöhnliches. Mögliche Auslöser für den jüngsten Kursrutsch gibt es mehrere: Ein Grund waren Spekulationen auf eine strengere Regulierung in den USA zur Bekämpfung von Geldwäsche, sagte Anlagestratege Rodrigo Catril von der National Australia Bank zur Nachrichtenagentur Reuters. Unabhängig davon verbot die türkische Zentralbank am Freitag Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Branchendienst Coinmarketcap.com machte einen Stromausfall in der chinesischen Region Xinjiang für den Kursrutsch verantwortlich. Dort sitzen den Angaben zufolge zahlreiche Bitcoin-Schürfer. Sie stellen dem Kryptowährungsnetzwerk Rechnerkapazitäten zur Verfügung, um Transaktionen zu verifizieren und zu verschlüsseln. Dafür werden sie in Bitcoin entlohnt.

Die Spekulationen um eine strengere Regulierung hätten Investoren vor Augen geführt, dass dies die größte Gefahr für den Kurs von Bitcoin & Co ist, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Aber: „Die Landschaft hat sich gewandelt.“ Viele Firmen der Branche bemühten sich um die penible Einhaltung von Vorgaben, weil sie sich dadurch zusätzliches Kapital versprächen. Außerdem sei es nach dem erfolgreichen Börsengang der Kryptowährungs-Handelsplattform Coinbase nur noch eine Frage der Zeit, wann ein Bitcoin-ETF (börsengehandelter Fonds) in den USA zugelassen wird. Dies werde die Tore für zusätzliche Gelder institutioneller Anleger öffnen.

Akzeptanz wächst stetig

Der Börsengang von Coinbase, einer Plattform, auf der man Bitcoin und andere Kryptowährungen handeln kann, gilt als Meilenstein, was die Akzeptanz von Kryptowährungen in der traditionellen Finanzwelt betrifft. Zuvor hatte der E-Autobauer Tesla einen solchen Meilenstein gesetzt, indem er als erster großer US-Konzern 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investierte. PayPal und Visa ermöglichen mittlerweile Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Vermögensverwalter wie Fidelity helfen ihren Kunden beim Verwahren von Bitcoin & Co.

Zuletzt haben auch andere digitale Vermögenswerte neben Bitcoin wieder an Fahrt gewonnen. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, bringt es mittlerweile auf einen Börsenwert von mehr als 200 Milliarden Dollar. Man benötigt die Währung Ether, um auf der Ethereum-Blockchain Transaktionen durchzuführen oder Verträge (Smart Contracts) abzuschließen.

Für großes Aufsehen sorgte in den vergangenen Tagen jedoch der Höhenflug von Dogecoin, das eigentlich als Parodie auf Kryptowährungen gedacht war und am Montag schon wieder ein neues Rekordhoch erreichte. Dogecoin ist inzwischen die Nummer fünf unter den Kryptowährungen mit einem Börsenwert von zuletzt 54 Milliarden Dollar.

(b. l./Reuters)