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Analyse

Steuergeld für Zombieunternehmen

Zombies gibt es nicht nur im Wiener Wurstelprater, sondern auch in der Wirtschaftswelt.Niesner
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Mit rund 35 Milliarden Euro hat die Regierung bisher die Wirtschaft unterstützt und einen schlimmeren Einbruch verhindert – aber damit auch Betriebe gerettet, die nicht mehr marktfähig sind.

Es war ein Fauxpas, den sich der damals neue Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) leistete. In einem Interview bezeichnete Robert Holzmann im März 2020 die Corona-Staatshilfen als Fehler, weil damit die „Reinigungskräfte“ des Marktes gehemmt würden. Es würden Unternehmen überleben, die nicht überleben sollten. Das Problem war aber gar nicht so sehr der Inhalt seiner Aussage, es war vielmehr der Zeitpunkt: Nur zwei Tage zuvor hatte die Regierung die Milliardenhilfen verkündet, Österreich ging gerade in den ersten Lockdown. Die Bevölkerung war verunsichert.

Insolvenzwelle verhindert

Ein Jahr später, im März 2021, präsentierte Holzmann bei der OeNB-Jahresbilanz die Prognosen der Unternehmensinsolvenzen. Keine Rede mehr von verschleppten Insolvenzen – volkstümlich auch als Zombieunternehmen bezeichnet –, ganz im Gegenteil: Die Regierung habe alles richtig gemacht, die Insolvenzen würden sich dank der Hilfsmaßnahmen gleichmäßig bis Ende 2022 verteilen. Der Höhepunkt sollte heuer im dritten Quartal erreicht werden. Für das Gesamtjahr rechne man mit einer Insolvenzquote von 3,1 Prozent, für 2022 mit 2,3. Schaut ganz so aus, als würde Österreich die Krise ohne die lang befürchtete Insolvenzwelle überstehen.