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Restaurant-Guide

Falstaff Guide: Vorfreude nach "Tour des Leidens"

dpa-Story: Women top chefs
Haya Molcho wurde im aktuellen Falstaff Guide 2021 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.Bernd von Jutrczenka / dpa / pic
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Der neue Falstaff Restaurant Guide 2021 verzichtet heuer auf Abwertungen – und wird erstmals mit einem Hotel Guide ergänzt.

Normalerweise geht es um Details, die entscheiden, ob ein Küchenchef mit ein paar Punkten mehr oder weniger ausgezeichnet wird – und ob das Restaurant eine oder mehrere Gabeln bekommt, mit denen der Falstaff bewertet (im Unterschied zu den Hauben beim Gault Millau, Sternen beim internationalen Guide Michelin sowie dem heimischen A la Carte Guide). Im vergangenen Jahr war allerdings bekanntlich vieles anders.

„Es war eine Tour des Leidens, ich habe als Konsument und Gast mitgelitten“, sagt Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam. Deshalb hat er sich dazu entschieden im aktuellen Falstaff Guide 2021, der am Mittwochvormittag präsentiert wurde (online, versteht sich), diesmal auf Abwertungen zu verzichten. Die Vorfreude – nach knapp einem halben Jahr Gastro-Sperre – endlich wieder auswärts essen zu gehen, steht im Vordergrund. 88 Prozent der Österreicher wollen laut einer aktuellen Umfrage (TQS Research & Consulting) nach dem Lockdown mit Freunden  und Bekannten essen gehen. „Ich höre auch von sehr vielen Gastronomen, dass die Reservierungen wieder steigen. Das Land ist ausgehungert.“

Wiedereröffnung ab 17. Mai

Rosam hat für die Wiedereröffnung der Gastronomie und Hotellerie auch schon ein recht konkretes Datum, nämlich den 17. Mai. „Das höre ich aus der Politik. Wir haben auch stark dafür lobbyiert, dass alles auf einmal geöffnet wird, also indoor wie outdoor. Eine Halblösung funktioniert nicht“, sagt Rosam. Auch wenn das vergangene Jahr nicht vergleichbar war mit anderen, gibt es im aktuellen Guide zwar keine Abwertungen aber natürlich Bewertungen.

Pfarrhof in St. Ändra im Sausal
Pfarrhof in St. Ändra im Sausalwww.ampfarrhof.com

1900 Lokale wurden getestet und bewertet – mit einigen Konstanten aber auch Überraschungen. So teilen sich den Platz eins erneut die drei Restaurants Steirereck (Wien), Landhaus Bacher (Niederösterreich) und Obauer (Salzburg) mit je 99 Punkten und vier Gabeln. In der Kategorie Neueinsteiger wurden Harald Irka, der von der Saziani Stubn in den Pfarrhof in St. Ändra im Sausal gewechselt ist (97 Punkte, vier Gabeln), das Esslokal in Hadersdorf am Kamp (91 Punkte, drei Gabeln) und die Hausbar in Wien (90 Punkte, drei Gabeln) ausgezeichnet.

Lebenswerk für Haya Molcho

Und es wurden auch eine Reihe an Sonderpreisen vergeben. So wurde Joschi Walch von der „Roten Wand“ in Lech am Arlberg (Küchenchef Max Natmessnig) als Gastronom des Jahres gekürt. Haya Molcho – die sobald der Lockdown vorbei ist ein neues Neni im Prater eröffnen wird – wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. „Eine außergewöhnliche Frau, die auch international super erfolgreich ist“, so Rosam. Das beste Service darf sich wiederum Pablo Meier-Schomburg vom Schwarzen Kameel auf die Fahnen schreiben. Und Matthias Berger, Maître im Hangar 7, wurde zum Sommelier des Jahres gekürt.

Edi Dimant und Tobi Müller im ersten Mochi in der Praterstraße
Edi Dimant und Tobi Müller im ersten Mochi in der Praterstraße(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Das Mochi, genau genommen die Masterminds Edi Dimant und Tobi Müller, wurde für das beste Take Away ausgezeichnet. Take Away und Lieferservices seien übrigens ein Geschäftsfeld, das sich generell in der Krise enorm entwickelt hat. „Das hätte sonst vier, fünf Jahre gedauert“, mein Rosam. Zum besten Wiener Beisl wurde das Dingelstedt 3 im 15. Wiener Gemeindebezirk gekürt. Und die Wiedereröffnung des Restaurants Zu den 3 Hacken durch das Münchner Augustiner Bräu gilt als Eröffnung des Jahres.

Neuer Hotel Guide

Neben dem Restaurant Guide erscheint heuer erstmals der Falstaff Hotel Guide, für den 1100 Hotels in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol bewertet wurden. Falstaff-Travel-Herausgeberin Nadine Tschiderer rechnet mit einer Neuentdeckung des Qualitätstourismus, der auch seinen Preis haben darf. Auffallend im Hotel Guide ist die Performance im Westen des Landes. „Vorarlberg hat unglaublich abgeräumt“, sagt Rosam.

Suite im Chalet N in Lech
Suite im Chalet N in LechChalet N

So zählen das Hotel Almhof Schneider sowie das Chalet N (beide in Lech am Arlberg) mit je 100 Punkten zu den besten Hotels des Landes, gefolgt vom Hotel & Chalet Aurelio ebendort (99 Punkte) und dem Hotel Trofana Royal in Ischgl sowie dem Schlosshotel Ischgl. Und noch etwas ist Rosam aufgefallen: Das im letzten Jahr die Frage woher Lebensmittel stammen, besonders wichtig war. „Das ist ein Trend in der Gastronomie, der noch stärker werden wird.“

Alle Sieger im Überblick:

Lebenswerk: Haya Molcho, Neni, Wien
Gastronom des Jahres: Joschi Walch, Rote Wand, Vorarlberg
Sommelier des Jahres: Matthias Berger, Hangar 7, Salzburg
Bester Service des Jahres: Pablo Meier-Schomburg, Zum Schwarzen Kameel, Wien
Bester internationaler Botschafter: Aldo Sohm, Aldo Sohm Wine Bar im Le Bernadin, New York City, USA
Eröffnung des Jahres: Augustiner Brauerei – Zu den 3 Hacken, Wien
Bestes Wiener Beisl: Dinglstedt 3, Wien
Bestes Landgasthaus: Loibnerhof, Niederösterreich
Schnell und gut: Maiz!, Wien
Bestes Take-away: Mochi, Wien
Nachhaltigkeit und Innovation – curated by Vöslauer: Paul Ivić, Tian, Wien