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Polizeigewalt

Wie das George-Floyd-Urteil die USA bewegt

April 20, 2021, Minneapolis, Minnesota, USA: People react to the guilty verdict of the Derek Chauvin trial at the Henne
Viele Menschen in Minneapolis warteten auf der Straße auf die Urteilsverlesung. Die Emotionen gingen hoch.imago images/ZUMA Wire
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Jener Polizist, der über neun Minuten lang auf George Floyd kniete, wurde nach US-Recht des Mordes schuldig gesprochen. Das Urteil stößt eine Untersuchung der Polizei durch das Justizministerium an.

Wien/Minneapolis. Es ging gut aus für die Stadt Minneapolis. Als am Dienstagnachmittag bekannt wurde, dass die Geschworenen im Mordprozess gegen den früheren Polizisten Derek Chauvin zu einem Urteil gelangt war, kamen die Menschen der Stadt auf die Straße; ihnen gegenüber, wieder einmal, Polizei in Schutzmontur. Die Nationalgarde war nach Minneapolis geschickt worden, um Demonstranten zu überwachen, in Schach zu halten, sollte das Urteil heißen: Freispruch.

Doch so kam es nicht. Die Jurymitglieder befanden Chauvin nach nur eintägiger Beratung für schuldig in der Frage, ob er bei einem Polizeieinsatz im Mai 2020 George Floyd – einen unbewaffneten Afroamerikaner, der verdächtigt worden war, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein Zigaretten bezahlt zu haben – nach US-Recht ermordet hat.

Als Richter Peter Cahill um kurz nach 16 Uhr am Dienstag den Schuldspruch verlas, brachen die Menschen auf den Straßen von Minneapolis in Tränen und in Jubel aus. Die Szenen erinnerten nicht an die zornerfüllten Demonstrationen des vergangenen Jahres. Sie glichen mehr einem Straßenfest. Aus dem Protestruf „Black Lives Matter“ wurde am Dienstag: „We matter.“