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Auszeichnung

Staatspreis für Europäische Literatur geht an Laszlo Krasznahorkai

(c) imago/Pixsell (imago stock&people)
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Der ungarische Schriftsteller und Booker-Preisträger wird mit 25.000 Euro ausgezeichnet. Romane wie „Satanstango“ machten ihn bekannt.

Wenige Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs drehte der Regisseur Béla Tarr seinen Film „Satanstango“ über ein ziemlich verwaistes ungarisches Dorf und Polizeispitzel in den 1980er-Jahren. Das Werk gilt nicht nur als eines der längsten, sondern auch eines der bedeutendsten der Filmgeschichte. Das Drehbuch dazu stammte von dem Mann, der auch die Romanvorlage geschrieben hatte: László Krasznahorkai.

Seit seinem Debütroman „Sátántangó“ hat der 1954 in Gyula geborene Autor, der nun den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur bekommt, gut ein Dutzend weiterer Romane und Erzählungen geschrieben. 2015 brachten sie ihm in England den Man Booker International Prize ein. Anders als ins Englische wurde Krasznahorkai früh ins Deutsche übersetzt. In Deutschland, das ihm auch zweite Heimat wurde, erschien unter anderem „Der Gefangene von Urga“, „Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss“ oder – das jüngste – „Baron Wenckheims Rückkehr“. Im Herbst erscheint die Übersetzung seines neuen Romans, „Herscht 07769“.

Unvergleichlicher, berückender Stil

Nicht nur das Schreiben in der Sprache eines kleinen Landes hat diesem Autor den Weg auf die internationale Literaturbühne erschwert. Seine meditativen Romane und Erzählungen lesen sich alles andere als leicht – aber der ganz eigentümliche, hochmusikalische Stil entwickelt eine seltene Sogkraft. „Berückend in der Kraft der Bilder, hemmungslos im Finden realer und surrealer Szenen“ und dabei witzig sei sein Werk, heißt es in der Jurybegründung. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen etwa Karl Ove Knausgard, Zadie Smith oder Michel Houellebecq.

 

 

(sim)