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Impfstoffe

EU zieht Option auf 100 Millionen Dosen AstraZeneca nicht

Archivbild von EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen, die mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca schon mehrere Konflikte ausgetragen hat.
Archivbild von EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen, die mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca schon mehrere Konflikte ausgetragen hat.REUTERS
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Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte am Donnerstag, man habe die Frist für die Lieferung weiterer 100 Millionen Dosen des problembehafteten Herstellers verstreichen lassen.

Das Verhältnis zwischen der EU und dem Pharmakonzern AstraZeneca verschlechtert immer mehr. Am Donnerstag erklärte ein Sprecher der Europäischen Kommission, dass die Frist für die Ziehung einer Option auf den Kauf von weiteren 100 Millionen Dosen Impfstoff verstrichen sei. „Diese Option wird folglich nicht gezogen“, sagte er.

AstraZeneca hat mit seinem fortgesetzten Lieferversagen die Impfkampagnen fast aller 27 Mitgliedstaaten schwer geschädigt und für politische Krisen mehrerer Regierungen gesorgt. 300 Millionen Dosen sollte der Konzern im Rahmen seines mit der Kommission geschlossenen Liefervertrages heuer an die Mitgliedstaaten liefern. Schon im ersten Quartal hätten es bis zu 120 Millionen sein sollen. Tatsächlich geliefert wurden bis Ende März 29,8 Millionen. Und trotz des hohen politischen Drucks der Kommission und der nationalen Regierungen hat der Konzern seine Probleme nicht behoben: laut der täglich aktualisierten Statistik des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind per Mittwoch knapp über 31 Millionen Dosen angekommen. In den vergangenen drei Wochen konnte AstraZeneca also nur etwas mehr als eine Millionen Dosen zu liefern.

Klage gegen Konzern in Vorbereitung

Wie das Nachrichtenmagazin „Politico“ am Donnerstag berichtete, sprachen sich die meisten der 27 EU-Botschafter am Mittwochabend bei ihrer regelmäßigen Sitzung dafür aus, AstraZeneca auf vollständige Lieferung zu klagen. Vor rund vier Wochen hatte die Kommission bereits einen Brief an den Konzern geschickt, um das im Vertrag festgelegte Streitschlichtungsverfahren zu eröffnen. Einigen sich EU und AstraZeneca nicht, kann die Kommission vor einem Gericht in Brüssel klagen. Der Sprecher der Kommission wollte den Stand der Dinge am Donnerstag nicht kommentieren: Wir sind noch nicht so weit. Wir prüfen alle Möglichkeiten, damit zeitgerechte und vollständige Lieferungen passieren."