Nachrichten Meinung Magazin
Wahlkampf hautnah

Marek in der Disco

VP-Spitzenkandidatin im Blumenladen, Staatssekretärin am Minoritenplatz und "FP-Spitzenkandidatin" in der Disco: Ein ganz normaler (Wahlkampf)Tag im Leben von Christine Marek.
02.01.2017 um 15:28
  • Drucken
Hauptbild
Vom Radio-Morgentermin bis zum nächtlichen Discobesuch: Christine Marek erfüllt an diesem Tag ein Monsterprogramm - und wechselt dabei ständig die Rollen. Einmal ist sie Staatssekretärin Marek, dann wieder ÖVP-Spitzenkandidatin Marek, einmal ganz bewusst die (Karriere)Frau Marek und zum Schluss sogar die "FPÖ-Kandidatin Marek".
Vom Radio-Morgentermin bis zum nächtlichen Discobesuch: Christine Marek erfüllt an diesem Tag ein Monsterprogramm - und wechselt dabei ständig die Rollen. Einmal ist sie Staatssekretärin Marek, dann wieder ÖVP-Spitzenkandidatin Marek, einmal ganz bewusst die (Karriere)Frau Marek und zum Schluss sogar die "FPÖ-Kandidatin Marek".
Um 6.15 Uhr früh lässt sich die VP-Spitzenkandidaten Marek zu einer "politfreien" Stunde chauffieren – der erste von zwei "Radio Wien"-Terminen an diesem Wahlkampftag. Marek verrät den Hörern, dass sie Buch-Autor Dan Brown und Musicals "liebt", Brokkoli-Gemüse"hasst", im Urlaub auf Zypern Pools dem Meer vorzieht – und ihrem Horoskop nur Glauben schenkt, "wenn auch was Gutes drin steht".
Um 6.15 Uhr früh lässt sich die VP-Spitzenkandidaten Marek zu einer "politfreien" Stunde chauffieren – der erste von zwei "Radio Wien"-Terminen an diesem Wahlkampftag. Marek verrät den Hörern, dass sie Buch-Autor Dan Brown und Musicals "liebt", Brokkoli-Gemüse"hasst", im Urlaub auf Zypern Pools dem Meer vorzieht – und ihrem Horoskop nur Glauben schenkt, "wenn auch was Gutes drin steht".
Nach der leichten Frühstücks-Kost muss Marek erfüllen, was sie auch für Mindestsicherungs-Beziehern medienwirksam einfordert: die Arbeitspflicht. Von der Spitzenkandidatin zur Familien-Staatssekretärin gewandelt tritt sie als solche beim "1. Bündnis gegen Gewalt" im Innenministerium am Minoritenplatz mit Hausherrin Maria Fekter auf.
Nach der leichten Frühstücks-Kost muss Marek erfüllen, was sie auch für Mindestsicherungs-Beziehern medienwirksam einfordert: die Arbeitspflicht. Von der Spitzenkandidatin zur Familien-Staatssekretärin gewandelt tritt sie als solche beim "1. Bündnis gegen Gewalt" im Innenministerium am Minoritenplatz mit Hausherrin Maria Fekter auf.
Am Karmeliterplatz in der Leopoldstadt trifft die "Blumen Brigitte" Horngacher unterdessen letzte Vorbereitungen für eine Pressekonferenz des Bauernbunds mit Spitzenkandidatin Marek. "Der Wein gehört zum Wienerischen", schwärmt die 42-jährige Marek wenig später über die Taten der jährlich 19 Millionen Achterl produzierenden Wiener Winzer.
Am Karmeliterplatz in der Leopoldstadt trifft die "Blumen Brigitte" Horngacher unterdessen letzte Vorbereitungen für eine Pressekonferenz des Bauernbunds mit Spitzenkandidatin Marek. "Der Wein gehört zum Wienerischen", schwärmt die 42-jährige Marek wenig später über die Taten der jährlich 19 Millionen Achterl produzierenden Wiener Winzer.
Mit Lobgesängen auf Landwirte aller Sparten geht die Pressekonferenz zu Ende. "Was, schon aus?“, fragt Brigitte Horngacher und richtet noch schnell Blumen für Marek her. Neben dem Strauß gibt sie ihr auch einen Rat für den nächsten Termin, die Beantwortung von "Radio Wien"-Hörer-Fragen, mit auf den Weg: "Aufpassen, die Leute fragen ja sonst was." „Ich bin nicht auf den Mund gefallen", antwortet Marek schmunzelnd.
Mit Lobgesängen auf Landwirte aller Sparten geht die Pressekonferenz zu Ende. "Was, schon aus?“, fragt Brigitte Horngacher und richtet noch schnell Blumen für Marek her. Neben dem Strauß gibt sie ihr auch einen Rat für den nächsten Termin, die Beantwortung von "Radio Wien"-Hörer-Fragen, mit auf den Weg: "Aufpassen, die Leute fragen ja sonst was." „Ich bin nicht auf den Mund gefallen", antwortet Marek schmunzelnd.
Zurück im Funkhaus schildert die gebürtige Bayerin dann am Rande des Radio-Termins ihre Strategie für die Wahl: ein Mix aus Bildungs- und Integrationsthema. Für die ÖVP sei jedenfalls noch genug Platz zwischen den Strache-Parolen am rechten Rand und dem "Schönreden" von Bürgermeister Michael Häupl.
Zurück im Funkhaus schildert die gebürtige Bayerin dann am Rande des Radio-Termins ihre Strategie für die Wahl: ein Mix aus Bildungs- und Integrationsthema. Für die ÖVP sei jedenfalls noch genug Platz zwischen den Strache-Parolen am rechten Rand und dem "Schönreden" von Bürgermeister Michael Häupl.
Staatssekretärin Marek vernachlässigt ihre "Arbeitspflicht" an diesem Tag nur kurz, als sie ihr Kommen zu der Angelobung von Polizei-Lehrgängen in Kaisermühlen in letzter Minute absagt. Schade eigentlich, denn Marek hätte dort neu erlangtes Wissen anwenden können: Stunden zuvor hatte sie ein Radio-Anrufer aufgeklärt, dass mit der Volksmund-Bezeichnung "Mistelbacher" Polizisten gemeint sind.
Staatssekretärin Marek vernachlässigt ihre "Arbeitspflicht" an diesem Tag nur kurz, als sie ihr Kommen zu der Angelobung von Polizei-Lehrgängen in Kaisermühlen in letzter Minute absagt. Schade eigentlich, denn Marek hätte dort neu erlangtes Wissen anwenden können: Stunden zuvor hatte sie ein Radio-Anrufer aufgeklärt, dass mit der Volksmund-Bezeichnung "Mistelbacher" Polizisten gemeint sind.
Um 19 Uhr ist man dann unter sich: Ausschließlich Frauen erscheinen zum Mentory-Club im noblen Haus der Europäischen Union in der City, um mit den Karrierefrauen Maria Rauch-Kallat, Benita Ferrero-Waldner und eben Marek zu "netzwerken". Und wenn die Damenwelt unter sich ist, wird aus dem Nähkästchen geplaudert: Marek verrät, dass sie als junge Sekretärin für ihren Millionen-schweren Chef rund um den Globus reiste,...
Um 19 Uhr ist man dann unter sich: Ausschließlich Frauen erscheinen zum Mentory-Club im noblen Haus der Europäischen Union in der City, um mit den Karrierefrauen Maria Rauch-Kallat, Benita Ferrero-Waldner und eben Marek zu "netzwerken". Und wenn die Damenwelt unter sich ist, wird aus dem Nähkästchen geplaudert: Marek verrät, dass sie als junge Sekretärin für ihren Millionen-schweren Chef rund um den Globus reiste,...
... sie sich mit 24 Jahren dann zwischen Wien und Paris entscheiden musste und sie diese und andere wichtige Entscheidungen in ihrem Leben immer "spontan und aus dem Bauch heraus" getroffen hat. Marek fordert außerdem mehr Frauen in Top-Jobs, denn "Lehman Sisters" hätte nicht verursacht, was "Lehman Brothers" verursacht hat, erklärt sie unter dem Beifall der geschätzten 60 weiblichen Zuhörer.
... sie sich mit 24 Jahren dann zwischen Wien und Paris entscheiden musste und sie diese und andere wichtige Entscheidungen in ihrem Leben immer "spontan und aus dem Bauch heraus" getroffen hat. Marek fordert außerdem mehr Frauen in Top-Jobs, denn "Lehman Sisters" hätte nicht verursacht, was "Lehman Brothers" verursacht hat, erklärt sie unter dem Beifall der geschätzten 60 weiblichen Zuhörer.
Marek muss bald weiter, ihr Monsterprogramm endet unter der Discokugel im Club "The Box" des feinen Hilton Hotels. Diesmal ist sie wieder Wahlkämpferin - bloß für welche Partei? Der Moderator kündigt Marek jedenfalls als "FPÖ-Spitzenkandidatin" an, um sich nach Buh-Rufen aus dem Publikum auszubessern.
Marek muss bald weiter, ihr Monsterprogramm endet unter der Discokugel im Club "The Box" des feinen Hilton Hotels. Diesmal ist sie wieder Wahlkämpferin - bloß für welche Partei? Der Moderator kündigt Marek jedenfalls als "FPÖ-Spitzenkandidatin" an, um sich nach Buh-Rufen aus dem Publikum auszubessern.
Marek nimmt den Versprecher mit einem - trotz später Stunde - gar nicht so müden Lächeln.
Marek nimmt den Versprecher mit einem - trotz später Stunde - gar nicht so müden Lächeln.

Zum „Das Wichtigste des Tages“ Newsletter anmelden

Die Presse

Der einzigartige Journalismus der Presse. Jeden Tag. Überall.

Abonnieren

  • Impressum
  • Alternative Streitbeilegung
  • AGB
  • Datenschutz
  • Cookie Policy
  • Cookie Einstellungen
  • Vermarktung
  • Hilfe, Kontakt & Service
  • Newsletter
Copyright 2023 Die Presse

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.