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Missbrauch

EU-Drogen­beobachtungs­stelle: "Noch nie so viele billige Drogen in Europa"

Die EU-Regierungen sollen sich nicht nur auf Corona konzentrieren, warnte der Direktor der EU-Agentur bei einem Besuch von Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) in Lissabon am Freitag.

Der Direktor der EU-Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA, Alexis Goosdeel, warnt die europäischen Regierungen davor, im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Gefahr von Drogen außer Acht zu lassen. "Noch nie hatten wir so viele, so reine und so billige Drogen in Europa", sagte Goosdeel am Freitag bei einem Besuch von Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) in Lissabon.

Die Rezession in Europa werde viele junge Menschen dazu verleiten, ins Drogengeschäft einzusteigen, um ein Einkommen zu haben. Gleichzeitig fehle es den EU-Staaten an budgetären Mitteln im Kampf gegen die Drogenkriminalität. Drogen könnten zur einer neuen "syndemischen Pandemie" werden, warnte Goosdeel. Die Corona-Pandemie habe die Drogenproduktion jedenfalls nicht gestoppt, sondern nur die Märkte verändert.

Verschiedene Substanzen gleichzeitig

Anders als früher könnten Drogen heutzutage aus allen möglichen Substanzen hergestellt werden, sagte Goosdeel. Deren legaler Status sei nicht mehr der einzige Faktor für Drogenmissbrauch. China kontrolliere bereits eine Reihe wichtiger europäischer Häfen, wodurch die EU-Staaten zu noch mehr Zusammenarbeit bei der Überwachung der Verteilungswege gezwungen würden.

Alle "großen" Drogen würden mittlerweile aber auch in der EU selbst produziert. Ein weiterer Trend sei, dass Menschen verschiedene Substanzen zu sich nehmen würden, ohne sich selbst als "Junkie" zu sehen. Weitere aktuelle Trends will die EU-Drogenbeobachtungsstelle in einem Monat in ihrem jährlichen Bericht veröffentlichen.

(APA)