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Expedition Europa

Ein Schweizer Dorf voller Klimawandelskeptiker will das Klima retten

Muellverbrennungsanlage mit CO2 Filter Climeworks startup Direct Air Capture Technologie Hinwil Z
Muellverbrennungsanlage mit CO2 Filter Climeworks startup Direct Air Capture Technologie Hinwil Z(c) imago/Travel-Stock-Image (Travel-Stock-Image)
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Expedition Europa: In Hinwil, einer Bastion der rechtsnationalistischen SVP, steht die erste kommerzielle Direct-Air-Capture-Anlage der Welt. Sie filtert CO2 aus der Luft.

Nach Hinwil wollte ich erstens, weil auf dem Dach der Hinwiler Müllverbrennungsanlage KEZO die erste kommerzielle Direct-Air-Capture-Anlage der Welt steht. Sie saugt CO2 aus der Luft. Um dem Erdklima zu helfen, müssten jährlich fünf bis 30 Milliarden Tonnen abgesaugt werden, die beiden Hinwiler CO2-Schlucker haben nur eine nominale Kapazität von 1500 Tonnen pro Jahr. Die von Microsoft und Shopify unterstützte Betreiberfirma Climeworks bestätigte: „Natürlich ist das noch ein Tropfen auf den heißen Stein, und die Technologie muss drastisch skaliert werden.“

Zweitens Hinwil, weil die 11.500-Einwohner-Gemeinde das „Hauptdorf“ der rechtsnationalistischen Schweizer SVP ist. SVP-Granden wie Finanzminister Ueli Maurer sind aus Hinwil, Hinwil ist eine Bastion der SVP, die gleichzeitig zu den klimawandelskeptischsten Regierungsparteien Europas zählt. Ein Interview wurde abgelehnt, der Hinwiler SVP-Obmann Roland Brändli antwortete aber schriftlich. „Das ist grundsätzlich eine gute Sache“, schrieb mir Brändli, „aber ob sich das alles rechnet, muss Ihnen die Firma Climeworks aufzeigen . . .“ Brändli war gegen „zusätzliche Zwangsabgaben wie Flugpreiserhöhungen und Benzinpreisaufschläge“ und vergaß nicht zu erwähnen, dass „Offene-Grenze-Politik“ letztlich „zu mehr Energieverbrauch und Umweltbelastung führt“.