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Künftig werden noch mehr junge Inder emigrieren, prognostiziert Parag Khanna.
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Interview

Star-Politologe Parag Khanna: "Für Asien ist der Westen kein Vorbild"

Parag Khanna, Star-Politologe und Strategieberater, skizziert die Welt der Zukunft: Menschen werden zu Nomaden, Regierungen technokratisch. Und dominieren wird Asien – aber nicht unbedingt unter Chinas Führung.

Mitten in der Coronakrise, in Zeiten von Reisestopps und neuer Sesshaftigkeit, prognostizieren Sie in Ihrem Buch Massenmobilität und Nomadismus. Ein guter Zeitpunkt?

Parag Khanna: Seit 80 Jahren befinden wir uns im Zeitalter der Massenmigration. Covid ist allerhöchstens eine kurze Pause, zumal alle „Push“-Faktoren – Armut, Krieg, Klimawandel – weiter bestehen. Diese Migrationsschübe sind Teil eines langfristigen Prozesses: der Neuverteilung der Menschheit auf dem Globus, so wie sie seit hunderttausend Jahren stattfindet. Globalisierung – Migration ist eine Säule davon – lässt sich von der Pandemie nicht aufhalten. Und jene, die jetzt das Ende der Globalisierung verkünden, erinnere ich daran: Die digitale Globalisierung wurde dank Corona sogar beschleunigt. Der Güterverkehr hat wieder den Stand von Dezember 2019 erreicht. Und mitten in der Pandemie traten die ganz großen „Globalisierungsverträge“ in Kraft, die Freihandelsabkommen in Amerika und Asien, in Europa wurden mit dem Recovery Plan große Schritte in Richtung Fiskalunion gesetzt.

Klimawandel werde zu großen Umsiedlungen führen, schreiben Sie: Gebiete in Russland, Nordamerika werden heiß begehrt. Aber wollen diese Staaten Klimaflüchtlinge?