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Management

OMV-Chef Seele nimmt seinen Hut

OMV-Chef Seele verzichtet auf Verlängerung seines VertagsAPA/GEORG HOCHMUTH
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OMV-Chef Rainer Seele verzichtet auf die Verlängerungsoption seines Vertrages. Der teilstaatliche Öl- und Gaskonzern braucht ab Juli 2022 einen neuen Chef. Seele war zuletzt wegen mehrer Themen ins Schussfeld der Kritik geraten.

Es sind nur zwei knappe Sätze, die von der OMV am Montagvormittag um punkt 10:00 Uhr bekannt gegegeben werden: „Der Vorstandsvorsitzende und CEO der OMV, Rainer Seele, hat am Montag dem Aufsichtsratsvorsitzenden Mark Garrett bekannt gegeben, dass er die Verlängerungsoption um ein weiteres Jahr nicht in Anspruch nehmen wird. Die aktuelle Funktionsperiode endet damit automatisch am 30. Juni 2022.“ Damit wird für eine der wichtigsten Management-Funktionen in der heimischen Wirtschaft schon demnächst ein neues Gesicht gesucht werden müssen.

Dass Rainer Seeles Position in der OMV zuletzt alles andere als gesichert war, ist nicht unbedingt neu. Dass es mit seinem Abgang nun so schnell geht, überraschte dann aber doch nicht wenige Beobachter. Der Deutsche, der im Jahr 2015 die Geschicke bei der OMV übernommen hat war zuletzt jedenfalls an einigen Fronten unter Druck geraten. Die wohl entscheidendste war der interne Machtkampf mit dem neuen OMV-Aufsichtsratschef Mark Garrett. Der Australier war einst als Borealis-Chef sozusagen unter Seele platziert, seit dem Vorjahr haben sich die Positionen hier jedoch geändert. Und Garrett soll sehr eigenständige Vorstellungen haben, inwiefern die OMV von einem Öl- zu einem Chemiekonzern umgebaut werden soll.

Hat die OMV zu viel für Borealis gezahlt?

Diesen Umbau hat Seele durch den Kauf der Mehrheit am Kunststoffhersteller Borealis zwar eingeleitet, ob er auch der richtige Mann ist, diesen Umbau umzusetzen, darüber soll es jedoch unterschiedliche Meinungen geben. Und auch der Kauf der Borealis - dessen strategische Grundüberlegung weitgehend unbestritten ist - sorgte zuletzt für Kritik an Seele. Laut einer anonymen Anzeige soll die OMV nämlich zu viel an die arabische Mubadala gezahlt haben (die ihrerseits auch an der OMV beteiligt ist und mit der Staatsholding Öbag ein Syndikat bildet). Konkret soll der Preis bereits im Dezember 2019 festgezurrt worden sein, die Transaktion ging aber erst im März 2020 über die Bühne. Und da zu diesem Zeit die Corona-Pandemie bereits eine globale Wirtschaftskrise ausgelöst hatte, hätte auch der Kaufpreis adaptiert werden müssen, so der Vorwurf.

Zu guter Letzt schossen sich aber auch verschiedene Umwelt-NGOs immer stärker auf Seele ein. Das wäre grundsätzlich wohl nicht so schlimm, allerdings bekamen sie nun auch Unterstützung von den mitregierenden Grünen - etwa in der Person von Vizekanzler Werner Kogler. Dieser forderte Aufklärung über Vorwürfe, wonach die OMV Umweltschützern nachspioniert haben soll. Von Seele wurden die Vorwürfe zurückgewiesen. Man habe lediglich öffentlich zugängliche Informationen zusammentragen lassen. Für das öffentliche Bild der OMV war die Causa jedoch nicht vorteilhaft. Der Druck auf Seele dürfte daher  dadurch noch weiter gestiegen sein.