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Fälschungen

Das Geschäft mit den Impfpässen

APA/EXPA/JOHANN GRODER
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Corona-Leugner und Impfgegner versuchen sich mit gefälschten Impfpässen ihren Eintritt zu erschleichen. Mit Hilfe von jenen, die ihre Impfungen online posten.

Die Impfquote stagniert und mittlerweile beginnen sich auch die Intensivstationen wieder zu füllen. Aktuell sind 60,8 Prozent der Österreicher geimpft. Impfpässe, die eine vollständige Immunisierung anzeigen, dürfte aber weitaus höher liegen. Online werden gefälschte Impfzertifikate auf einschlägigen Kanälen angeboten.

Ein Impfpass ist kein nur von Behörden erhältliches offizielles Dokument. Bei Amazon gibt es sie en gros relativ günstig zu kaufen. Mit dem gelben Heft ist aber noch nicht viel anzufangen. Erst wenn Betrüger auf Facebook, Twitter und Instagram Bilder mit Impfzentrum, Unterschrift und Chargennummer zu Gesicht bekommen, kann das Fälschen beginnen. Daher sollte davon abgesehen werden, seinen Impfpass mit der Öffentlichkeit zu teilen und wenn doch, dann so, dass die Details zum Impfstoff nicht zu erkennen sind.

Viel Aufwand muss dann nicht mehr betrieben werden und trotzdem ist der Unterschied kaum bis gar nicht auszumachen. Ihre Arbeit lassen sie sich mit bis zu 200 Euro in Form von Bitcoins, Gutscheinkarten und per Paypal bezahlen. Dabei garantieren sie paradoxerweise Echtheit und, dass sie mit jedem Impfzentrum, allen Impfstoffen und auch vielen Arztpraxen dienen können.

Abnehmer finden sich unter den Corona-Gegnern und jenen, die Schutzimpfungen generell ablehnen. "Report Mainz" der ARD berichtete bereits im Mai unter anderem von einem Fälscher, der seinen Betrug damit rechtfertigt, die Grundrechte für sich und die Abnehmer zurückzuerkämpfen. Die Anfrage scheint groß zu sein. Er selbst sei "Land unter mit Anfragen".

Für Außenstehende nicht zu erkennen

Zwei solcher Fälschungen wurden dem Leiter des Impfzentrums Frankfurt vorgelegt. Er konnte zwar erkennen, dass sie gefälscht sind. Doch das könne er nur aufgrund des verwendeten Stempels, der das Impfzentrum nicht verlässt. Detailwissen, das Außenstehenden nicht zur Verfügung steht.

Diese Personengruppe gefährdet mit dem Kauf solcher Pässe wissentlich die Gesundheit anderer Menschen. Je mehr Menschen dabei mitmachen, umso größer die Gefahr, dass die Strategien zur Eindämmung der Pandemie nicht greifen. Hinzu kommt, dass es sich dabei um Betrug handelt und damit um eine Straftat, betont der Kriminologe Christian Matzdorf im ARD-Beitrag.

Selbst in Wien wurden in den Impfstraßen die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Es wurde in der Impfbox nochmal zusätzlich gestempelt und beim Verlassen der Pass nochmal kontrolliert. Berichten zufolge „holten“ sich manche das Pickerl für den Pass, aber verließen das Zentrum ohne den Stich.

Doch auch die digitalen Lösungen sind nicht hundertprozentig fälschungssicher. Erst wenn die QR-Codes beim Einlass kontrolliert und auf ihre Echtheit geprüft werden, ließe sich die Manipulation erkennen.

Was vielen nicht bewusst sein dürfte: Es handelt sich dabei um kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um „Urkundenfälschung“ (§123 StGB) und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden. Auch wenn es sich beim Fälschen eines QR-Codes um den Tatbestand der „Datenfälschung“ (§125 StGB) handelt.

E-Impfpass: Jeder hat bereits einen [premium]

Warum der Impfpass bald ausgedient hat, was die elektronische Variante besser können soll, wer bereits erfasst wurde und warum man sich nicht abmelden kann, erklärt ELGA-Geschäftsführer Franz Leisch im Gespräch mit der „Presse“.

 

>>> Bericht des SWR Report Mainz