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Trainerwechsel

Julian Nagelsmann: Bayerns Königstransfer, für die Bank bestimmt

Julian Nagelsmann
Julian NagelsmannPool via REUTERS
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Julian Nagelsmann tritt in München die Nachfolge von Hansi Flick an, für eine neue Rekordablöse. Wechselt nun Jesse Marsch nach Leipzig?

München/Leipzig. Gerade einmal zehn Tage lang durfte Adi Hütter die teuerste Ablöse eines Trainers in Deutschland für sich reklamieren. 7,5 Millionen Euro überwies Gladbach an Frankfurt. Dann kam Bayern München und tat, was der deutsche Rekordmeister gern tut: Er setzt neue Maßstäbe. Und so verkündete der Klub am Dienstag die Verpflichtung von Julian Nagelsmann. Die Bayern haben den 33-Jährigen aus seinem bis 2023 laufenden Vertrag mit RB Leipzig herausgekauft. Die kolportierte Ablöse: 30 Millionen Euro.

Was auf dem Spielermarkt inzwischen nur als Peanuts firmiert, könnte bei Trainer-Engagements eine neue Ära lostreten. Denn bislang galt international der Wechsel von André Villas-Boas vom FC Porto nach London zu Chelsea vor zehn Jahren als Rekord. Damals war von 15 Millionen Euro die Rede. Nun kursiert also die doppelte Summe, obgleich sich die beiden Klubs dazu offiziell in Stillschweigen hüllten. Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff sprach von einer „massiv hohen Ablöseforderung“ und „Rekordablösesumme“, die von den Bayern letztlich erfüllt worden sei. „Das, was ich da gehört habe und was kolportiert wird – das ist zumindest nicht so, dass wir das dementieren“, meinte der 45-Jährige.

„Ich bin froh, dass der Wechsel zustande kommt“, betonte Nagelsmann, dass sich für ihn damit „ein Lebenstraum“ erfülle. Schon als Kind sei er Bayern-Fan gewesen. Nun erhält er in München also einen Fünfjahresvertrag und tritt die Nachfolge von Hansi Flick an, der den Klub auf eigenen Wunsch im Sommer verlässt. Die Erwartungshaltung, die bei einem Klub wie Bayern ohnehin immer hoch gegriffen ist und bei Rekordtransfers noch mehr mitschwingt, bereite ihm keine Sorgen. „Es gibt Spieler die deutlich mehr kosten und mit diesem Druck umgehen müssen, ihre Leistung zu bringen. Deswegen ist mir nicht angst und bange“, meinte Nagelsmann, als er damit konfrontiert wurde, dass er nun der teuerste Fußballtrainer der Welt ist. „Das kommentiere ich jetzt nicht. Ein Mensch ist nicht das wert, was gezahlt wird.“

Nagelsmann ist auch eine Investition in die Zukunft, steht er doch für eine neue Trainer-Generation. Trotz seiner erst 33 Jahre hat er eine beeindruckende Laufbahn vorzuweisen. Nach zwei Jahren in Leipzig, das er auf Anhieb wieder in die Champions League geführt hat, habe er sich nun am Dienstagvormittag bei der Mannschaft um Marcel Sabitzer und Konrad Laimer verabschiedet. „Ich habe jetzt kein schlechtes Gewissen, aber es ist natürlich extrem hart und traurig.“

Marsch noch nicht fix bei Leipzig

Leipzig sucht damit neben einem neuen Sportdirektor auch einen Trainer. Salzburgs Jesse Marsch gilt als heißer Kandidat, eine Einigung hat Mintzlaff am Dienstag aber dementiert: „Es ist nichts unterschrieben mit Jesse Marsch, das kann ich sagen. Wir setzen uns jetzt mit den drei Kandidaten, die wir haben, auseinander.“ Der US-Amerikaner hat in Salzburg noch Vertrag bis 2022, ohne Ausstiegsklausel. Dass es die für einen Wechsel nicht braucht, hat der Spielermarkt vorgezeigt.

(swi)