FPÖ-Comic: Grüne erstatten Anzeige

FPÖ-Comic: Mit Steinschleuder gegen Mustafa
FPÖ-Comic: Mit Steinschleuder gegen Mustafa(c) FPÖ

In einem Comic der Wiener FPÖ wird ein Bub aufgefordert, "Mustafa" mit der Steinschleuder eine "aufzubrennen". Die Grünen sehen den Tatbestand der Verhetzung erfüllt.

Das jüngste FPÖ-Comic, in dem ein Bub aufgefordert wird, einem Türken ("Mustafa") mit der Steinschleuder eine "aufzubrennen", wird die Justiz beschäftigen. Die Grünen werden am Montag Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einbringen. Das teilten sie am Sonntag mit. Die Grünen sind der Ansicht, dass der Straftatbestand der Verhetzung erfüllt ist.

Die knapp zwei Wochen vor der Wien-Wahl am 10. Oktober versandte FPÖ-Broschüre trägt den Titel "Sagen aus Wien" und enthält kurze Darstellungen alter Sagen sowie comicartige Zeichnungen. Deren Hauptprotagonist ist FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nachempfunden. In der an die Staatsanwaltschaft gesandten Darstellung zeigen sich die Grünen überzeugt, dass vor allem die Comics nur oberflächlich mit den Sagentexten bzw. mit der Türkenbelagerung in Verbindung stehen.

Vielmehr seien die Aussagen geeignet, zu einer feindseligen Handlungen aufzufordern bzw. gegen eine Gruppe zu hetzen. Es sei offensichtlich, dass Strache einen Jugendlichen dazu motiviere, "einem anderen namens Mustafa mit der Steinschleuder eine Körperverletzung zuzufügen" und ihm dafür eine Belohnung verspreche, so die Grünen. "Auch wird die Türkenbelagerung von Wien einem EU-Beitritt der Türkei gleichgestellt bzw. der EU-Beitritt der Türkei als moderne und erfolgreiche Türkenbelagerung dargestellt", heißt es in der Anzeige.


"Sagen aus Wien" der FP-Wien(c) FPÖ

 

 

SPÖ: "Hassblatt"

Auch die SPÖ hat zuletzt massive Kritik an dem Comic geübt. "Dieses Hassblatt, das von der FPÖ an junge Menschen versandt wurde, ist reine Menschenhetze und der bewusste Versuch, das Klima in Wien zu vergiften. Es ist eine klare Anstiftung zu Gewalttaten hier und jetzt, ein bewusstes Spiel mit dem Feuer", hatte der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch am Samstag konstatiert.

Nach Angaben der FPÖ steht der "Mustafa" nicht allgemein für Türken, sondern bezieht sich auf "Kara Mustafa, der Heerführer der Türken vor Wien war". Laut FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl könne die "humorlose Chaotentruppe", gemeint sind die Grünen, nicht damit umgehen, dass Wien in der Geschichte schon zweimal von türkischen Aggressoren belagert worden sei. "Was den Grünen nicht passt, muss offenbar verschwinden: die Türkenbelagerungen aus der Geschichte oder die Strachegasse aus Wien-Simmering", so Kickl in einer Aussendung.

(APA)