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Coronamaßnahmen

Wien beendet harten Lockdown am 3. Mai

Karlsplatz
Auch die Maskenpflicht an öffentlichen Wiener Plätzen - etwa dem Karlsplatz - entfällt.Die Presse/Clemens Fabry
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Ab kommender Woche werden Handel und persönliche Dienstleistungen wieder geöffnet, ebenso wie Museen und Zoos. Das verkündete der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag.

Wien. „Vorsichtig und umsichtig“, „nachhaltig und intelligent“: Michael Ludwig sparte nicht mit Adjektiven, um seine Corona-Strategie für Wien zu erklären. Schließlich sei er jemand, der auf die Experten höre – eine Rolle, die dem Wiener Bürgermeister offenbar gefällt und die ihm nicht so leicht wieder abgesprochen werden soll. Nichtsdestotrotz hat Ludwig am Dienstag den harten Lockdown für Wien ab kommender Woche für beendet erklärt.

Ab 3. Mai können Handel sowie körpernahe Dienstleistungen wie Friseure oder Masseure wieder öffnen. Allerdings mit „strengen Sicherheitsvorkehrungen“, also einer FFP2-Maskenpflicht und Zutrittstests für Dienstleistungen. Museen und Zoos sperren ebenfalls wieder auf, auch die Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen in Wien – etwa am Donaukanal oder am Karlsplatz – wird fallen. Die Gastronomie bleibt vorerst geschlossen, auch Kulturveranstaltungen bleiben untersagt.
Damit ist der Ost-Lockdown, der zu Ostern von Wien, Niederösterreich und Burgenland ausgerufen wurde, ab kommender Woche endgültig Geschichte. Wien kehrt gemeinsam mit Niederösterreich zu bundesweiten Regelungen (Vorarlberg ausgenommen) zurück. Somit sind auch wieder Sportkurse für Kinder erlaubt, auch die Ausgangsbeschränkungen gelten fortan wieder nur zwischen 20 und 6 Uhr früh.

Im Gespräch mit Experten, darunter Intensivmediziner Thomas Staudinger, Infektiologe Christoph Wenisch und Komplexitätsforscher Peter Klimek, sei Ludwig zu dem Schluss gekommen, dass erste Schritte möglich seien. Der harte Lockdown in den vergangenen Wochen habe gewirkt. „Es ist gelungen, die Zahlen in den Spitälern zu senken“, sagte Ludwig.

Am Dienstag lagen 629 Covid-Patienten in Wiener Spitälern, 186 davon auf Intensivstationen, also um 25 weniger als noch vor einer Woche. Dennoch ein hohes Niveau: „Wir liegen nach wie vor über der kritischen Grenze von 33 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen“, sagte Ludwig. Deswegen könnten die Lockerungen auch wieder zurückgenommen werden, wenn es die Situation erfordere.

Man habe sich das Ziel gesetzt, harte Maßnahmen im Juni zu verhindern, ergänzte Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr. Die Öffnungen am 3. Mai seien aber gut vertretbar. Wiederkehr lobte den bereits diese Woche erfolgten Schritt, Schulen im Schichtbetrieb öffnen zu können. Dies sei angesichts der Belastungen für Kinder und Jugendliche sehr wichtig gewesen. Dazu, ob die Wiener Schulen wie derzeit bundesweit geplant ab 17. Mai wieder in den vollen Präsenzunterricht übergehen, oder womöglich den Schichtbetrieb verlängern, äußerte sich der Bildungsstadtrat nicht.

Öffnungen Mitte Mai wackeln

Nicht entschieden wurde am Dienstag, wie die vom Bund avisierten Öffnungsschritte ab 19. Mai in Wien umgesetzt werden. Das soll frühestens nächste Woche passieren. Ludwig bekräftigte seine bereits geäußerten Bedenken noch einmal: „Persönlich bin ich sehr skeptisch, all das zu öffnen, was angekündigt worden ist“, sagte Ludwig mit einem kleinen Seitenhieb auf den Bundeskanzler.. Eine generelle Öffnung sei „sehr schwierig, da bin ich eins mit allen Experten.“ Denkbar sei es, hier von den anderen Bundesländern abzuweichen.

„Ich möchte keine Euphorie auslösen, die dazu führt, dass die Vorsichtsmaßnahmen in der Bevölkerung nicht befolgt werden“, wenn gleichzeitig die Situation in den Spitälern weiterhin besorgniserregend sei, erklärte Ludwig seine zögerliche Haltung. Insbesondere an die jüngere Bevölkerung gab er eine Warnung mit auf den Weg: Die Lockerungen und das schöne Wetter sollten nicht dazu verleiten lassen, zu leichtsinnig zu agieren und sich auf den letzten Metern der Pandemie noch anzustecken.

Begleitend zur Öffnung werde Wien wissenschaftlich erheben, wie hoch die Ansteckungsgefahr an bestimmten Orten sei. Es sei zwar bekannt, dass dies oft im privaten Umfeld geschehe, aber dorthin müsse es ja hineingetragen werden, sagte Ludwig. „Das wird dort nicht wie Schwammerl aus dem Boden wachsen.“

Gastronomie-Start noch offen

Wann die Gastronomie - egal ob Outdoor oder Indoor - oder Fitnessstudios öffnen werden, wisse Ludwig noch nicht. Mit Prognosen wolle er sich zurückhalten. Nächste Woche werde er sich wieder mit der Expertenrunde zusammensetzen um zu überlegen, welche Öffnungsschritte nach Schulen sowie Handel und Dienstleistungen als nächstes möglich seien.