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Expedition Europa

Behördenfehler mit ungeahnten Folgen

APA/AFP/ANP/REMKO DE WAAL
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Wie die „Kinderzuschlagsaffäre“ in den Niederlanden für Kindersegen sorgte.

Ich hatte die Niederlande als einen hocheffizient geführten Staat kennengelernt. Die Gemeinden etwa, die meist so groß sind wie in Österreich ein ganzer Bezirk, werden von Großämtern verwaltet, auf denen man eine Nummer zieht. Die „Kinderzuschlagsaffäre“ warf ein anderes Licht auf Holland: Etwa 26.000 Familien wurden ungerecht des Sozialbetrugs beschuldigt, das Finanzamt zwang die Empfänger, alle Kinderzuschläge zurückzuzahlen. Da es sieben Jahre dauerte, bis das Systemversagen der Steuerbehörde bekannt wurde, verbrachten die Betroffenen sieben Jahre in Scham und Schulden. Sie waren als Sozialbetrüger gebrandmarkt. Oft glaubten ihnen die engsten Angehörigen nicht, Holländer vertrauen auf die Qualität ihrer Behörden. Einige dieser Familien zerbrachen.