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Reallöhne werden heuer und 2022 sinken

In Österreich sind Reallohnverluste keine Ausnahme. 2020 hätte es aber zu einem Anstieg kommen müssen.

Wien. Daten der OECD und des Wifo zeigen, dass die Löhne in Österreich im Vorjahr real um 0,7 bzw. 0,8 Prozent zurückgegangen sind. „Das ist nicht einmalig und leider keine außergewöhnliche Entwicklung für Österreich. Seit 2010 gab es fünf Jahre mit Reallohnverlusten“, sagt Wifo-Expertin Christine Mayrhuber. „2021 wird sich ebenso kein Reallohnplus ausgehen. Auch 2022 erwarten wir noch keine Erholung.“ So rechnet das Wifo für heuer mit einem Reallohnrückgang von 0,9 Prozent. Obwohl die vorhandenen Lohnabschlüsse um zwei Zehntel über den Verbraucherpreisen liegen, wird dieses Minus vom Wifo prognostiziert. 2022 wird ein weiterer Rückgang von 0,3 Prozent gesehen.

Die Lohnabschlüsse für 2020 hätten eigentlich zu Anstiegen führen müssen, so Mayrhuber. „Aber dann kamen eindeutig die Krisenauswirkungen dazwischen.“ Werden weniger Überstunden geleistet, wie es fast flächendeckend der Fall war, sinken die Bruttolöhne. Das wirkt auch noch heuer mit mehr oder weniger scharfen und bestehenden Lockdowns. Dazu kommt der vorerst weiterhin dämpfende Effekt der Kurzarbeitenden, die zumindest einen Lohnverlust von zehn Prozent haben.

Anders stellt sich die Sache dar, wenn man sich die Löhne je nach geleisteter Arbeitsstunde anschaut. Wegen der vielen Kurzarbeitenden im Vorjahr sind die Stundeneinkommen 2020 um sieben Prozent gestiegen. Viele Menschen leisten nur einen Bruchteil ihrer üblichen Arbeitszeit, erhalten aber fast den ganzen Lohn. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2021)