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Der Kaiser und der Supermond: Napoleon Bonaparte steht auch an seinem 200. Todestag im Auf und Ab der Leidenschaften.
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Die Welt bis gestern

Napoleon: Wie ein Ufo, das vom Himmel fiel

Er wird gefeiert oder gehasst, je nach Mode und Laune. Goldene Legende steht gegen schwarze. Der 200. Todestag des Kaisers am 5. Mai rüttelt an seinem soliden Ehrenplatz.

Bevor noch irgendjemand wissen kann, was der französische Präsident Emmanuel Macron am 5. Mai zum 200. Todestag Napoleons sagen wird, wird er schon kritisiert. Allein dafür, dass dieses Gedenken überhaupt stattfindet. Die linksliberale Zeitung „Libération“ gab Louis-Georges Tin, einem militanten Kämpfer gegen Homophobie und Rassismus, viel Platz für einen Kommentar zur „Gedenk-Obszönität“ des französischen Staates. Einmal mehr würden auf der höchsten Ebene Geschichte und Erinnerung verwechselt. Die Geschichte habe die Pflicht, alles zu erzählen, die positiven wie die negativen Seiten einer Gestalt, wie die Erinnerung gestaltet wird, liege jedoch in der Verantwortung der politischen Führung. Man gedenkt dessen, was erinnerungswürdig ist. Napoleon gehört für den Autor wegen seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht dazu. Seine Taten, die Versklavung französischer Bürger schwarzer Hautfarbe in Übersee, die Kriege, mit denen er Europa überzogen habe, würden nationale Gedenkfeiern verbieten. Die Feierlichkeiten seien eine Beleidigung für die Million von schwarzen Opfern. „Der 5. Mai 2021 wird also für die einen ein Tag des Gedenkens und für die anderen ein Tag der nationalen Schande sein.“