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Interview

Agrana-Chef Marihart: „Es herrscht blankes Unwissen“

„Einflussnahme gibt es immer“, sagt Johann Marihart über Wünsche aus der Politik.
„Einflussnahme gibt es immer“, sagt Johann Marihart über Wünsche aus der Politik.Wolfgang Wolak / picturedesk
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Johann Marihart war 30 Jahre Agrana-Chef. Ein Gespräch über umstrittene Entscheidungen, politische Einflussnahme und die Modeerscheinung „Anzeigen und Anpatzen“.

Die Presse: Sie waren drei Jahrzehnte Chef eines ATX-Konzerns. Wäre das außerhalb des Raiffeisen-Reichs überhaupt denkbar?

Johann Marihart: Kennen Sie den Investor Rupert Staller? Er sagt mir seit Jahren, dass ich der längstdienende Vorstand eines börsenotierten Unternehmens in Europa bin. Das liegt natürlich auch am Eigentümer. Aber ich denke, es gab wenig Gründe, die Pferde zu wechseln. Die Entwicklung war über drei Jahrzehnte gut. Wir haben versucht, die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen, den EU-Beitritt, die Ost-Öffnung, den Fall der Zuckerquote. Mich hat die Frage umgetrieben: Verschlafen wir etwas, sind wir zu wenig innovativ?

Eine Qualität, die Sie bei Politikern oft vermissen?