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Wetter

Sturm im Osten Österreichs: Wiener Prater gesperrt, Verletzte in Niederösterreich

Sturm hat am Sonntag für zahlreiche Feuerwehreinsätze im Osten Österreichs gesorgt. Im Bild: Sturmschäden in Wiener Neudorf.
Sturm hat am Sonntag für zahlreiche Feuerwehreinsätze im Osten Österreichs gesorgt. Im Bild: Sturmschäden in Wiener Neudorf.APA/FF-WR-NEUDORF.AT
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Viele Bäume gaben in den starken Windböen nach, in Wien wurden Prater und Lobau sicherheitshalber gesperrt, auch die U4 war kurzfristig gestoppt. In Niederösterreich gab es 230 Feuerwehreinsätze.

Mit mehr als 100 km/h ist ein Sturm am Sonntag über Wien gefegt. Die Windspitzen erreichten auf der Jubiläumswarte sogar 123,5 km/h, auf der Hohen Warte 111,6 und in der Inneren Stadt 104 km/h. Die Berufsfeuerwehr war in der Bundeshauptstadt im Dauereinsatz. Eine Frau wurde in Liesing von einem umstürzenden Baum verletzt. Die Corona-Open-Air-Teststraßen wurden gesperrt, ebenso die Zugänge in der Lobau sowie die Prater Hauptallee. Unterbrochen war auch die U4.

Die Frau war gegen Mittag war in der Nähe des Liesingbachs von einem Baum getroffen worden. Sie war ansprechbar und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Seit 6 Uhr in der Früh war die Wiener Feuerwehr - mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren Breitenlee und Süßenbrunn - im Einsatz. Bis zum Nachmittag wurden bereits 360 Einsätze absolviert. "Derzeit laufen noch 56 Einsätze, die gleichzeitig abgearbeitet werden", sagte ein Sprecher. Es galt, umgestürzte Bäume zu entfernen und abgedeckte Dächer sowie Plakatwände zu sichern. Das Einsatzspektrum reichte von umgestürzten Baugerüsten und Bauzäunen hin zu losen Dachziegeln und Fensterflügeln.

U4, Prater und Nationalpark Lobau gesperrt

Neben den Eingängen des Nationalparks in der Lobau wurde gegen Mittag auch die Prater Hauptallee aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Stadt Wien warnte vor Spaziergängen im gesamten Waldgebiet: Sturmböen machen es gefährlich, sich unter Bäumen aufzuhalten, es besteht Lebensgefahr. Auch am Nachmittag war es noch windig, zum Abend hin lässt der Sturm laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) allmählich nach.

Dieser hatte bereits in der Früh für Behinderungen gesorgt. Der Betrieb der U-Bahn-Linie U4 war am Vormittag wegen eines Sturmschadens unterbrochen. Wie die Wiener Linien mitteilten, verkehrte die U4 nur zwischen Hütteldorf und Längenfeldgasse sowie zwischen Kettenbrückengasse und Heiligenstadt. Rund eine halbe Stunde später wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Teststationen stoppten Betrieb

Zuvor hatte die Stadt bereits die Schließung ihrer Coronavirus-Freiluftteststraßen aus Sicherheitsgründen bekannt gegeben. Am Morgen gesperrt waren bereits die Teststraßen Donauinsel-Floridsdorfer Brücke, Ernst-Happel-Stadion und die Drive-In-Teststraße beim Schloss Schönbrunn. Alle anderen Teststraßen in Wien können ohne weiteres aufgesucht werden, berichtete die Stadt.

Die Sturmwarnung der ZAMG galt für Wien, das zentrale Niederösterreich sowie das nördliche Burgenland. Auf der Buchberg-Warte in Niederösterreich erreichten die Windspitzen 116,6, in Gumpoldskirchen waren es 101,5 km/h. Ebenfalls mehr als 100 - exakt 100,8 km/h - wurden in Wien-Unterlaa registriert. Am Sonnwendstein am Semmering stürmte es mit bis zu 99,4 km/h, die Warte im Naturpark Leiser Berge registrierte 99 km/h, auf der Bergstation der Rax waren es 93,6 km/h. Böhen mit über 90 km/h gab es auch in Wien Stammersdorf (92,9 km/h), in Kremsmünster (92,5 km/h) und am Feuerkogel (92,2 km/h) in Oberösterreich. In Eisenstadt erreichten die Windspitzen 91,8 km/h.

Feuerwehren in Niederösterreich im Dauereinsatz

Der Sturm hat am Sonntag auch für 230 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich gesorgt und dort auch zwei Verletzte gefordert. In Traiskirchen (Bezirk Baden) wurde ein Helfer von einer Baumkrone getroffen, in Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) eine Person von Dämmmaterial. Schwere Schäden seien nicht entstanden, sagte Franz Resperger vom Landeskommando.

Laut dem Sprecher waren 110 Feuerwehren mit etwa 2.000 Mitgliedern ausgerückt. Die 230 Einsätze betrafen vor allem den Donauraum und den Süden des Bundeslandes. Am Nachmittag legte sich der Sturm.

In Traiskirchen war Resperger zufolge bei der Zufahrt zum ehemaligen Semperit-Gelände ein Baum umgestürzt. Bei den Arbeiten zur Beseitigung des Hindernisses wurde der Helfer von der abgebrochenen Krone eines anderen Baums getroffen. Er erlitt nach Angaben des Sprechers einen Bruch der Elle. Der Arm wurde im Krankenhaus in Gips gelegt, der Feuerwehrmann anschließend in häusliche Pflege entlassen.

In Gerasdorf bei Wien wurde das Dämmmaterial eines fertiggestellten Flachdachs samt der dort montierten Klimaanlage weggeschleudert, berichtete die örtliche Feuerwehr. Eine Person wurde von einem Teil der Dämmung so stark getroffen, dass sie mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Was nicht niet- und nagelfest sei, fliege durch die Gegend, hatte Resperger am Vormittag berichtet. Auch mobile Verkehrszeichen seien auf Fahrbahnen und Dachziegel von Häusern geschleudert worden. Zudem habe der Sturm Bäume entwurzelt und große Äste abgerissen.

Allein im Bezirk Mödling wurden mehr als 60 Feuerwehreinsätze verzeichnet. Ein Viertel davon entfiel auf die Bezirksstadt selbst. Laut FF Mödling stürzte ein Baum auf einen Pkw, zwei weitere geparkte Autos wurden durch abgebrochene Äste ebenfalls beschädigt. Von einem vierstöckigen Wohnhaus fielen Dachziegel auf die Hauptstraße. Verletzt wurde der Feuerwehr zufolge niemand, es gab auch keinen weiteren Sachschaden. Das Dach wurde von den Einsatzkräften provisorisch verschlossen.

Laut FF Wiener Neudorf mussten in der Gemeinde lose Bauteile auf einer Baustelle gesichert werden, weil diese andernfalls auf die Gleise der Wiener Lokalbahnen geweht worden wären. Bäume seien auf Gehwege, Straßen und sogar in den Mödlingbach gestürzt.

 

Starker Wind auch im übrigen Österreich

Auch in großen Teilen Oberösterreichs und den nördlichsten Teilen Salzburgs sowie der Steiermark gab es ebenfalls starken Wind mit Spitzen von über 70 km/h. Dort könne es aber nur vereinzelt zu Beeinträchtigungen oder Schäden kommen, hieß es. An Nachmittag sollte der Wind vor allem in Salzburg und Oberösterreich bereits nachlassen und auch in Niederösterreich und Wien schließlich schwächer werden, hieß es in einem Facebook-Eintrag der ZAMG.

(APA)