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Wie sich IBM neu erfindet

Der US-IT-Riese IBM hat über hundert Jahre auf dem Buckel – und wird in seiner alten Form nicht mehr lang existieren.
Der US-IT-Riese IBM hat über hundert Jahre auf dem Buckel – und wird in seiner alten Form nicht mehr lang existieren.Reuters
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USA. Der IT-Konzern wird noch in diesem Jahr seine Infrastruktursparte abspalten, um sich voll und ganz auf Cloud-Geschäfte konzentrieren zu können. Zuletzt wuchs das Segment rasant.

Einen 110 Jahre alten Techkonzern, gibt es denn so etwas? Ja! Das Unternehmen hat – warum sollte es auch anders sein – seinen Sitz in den USA. International Business Machines Corporation, besser bekannt unter dem Akronym IBM, kommt aus dem Bundesstaat New York und machte in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch bahnbrechende Erfindungen von sich reden: Das Festplattenlaufwerk, der Magnetstreifen auf Plastikkarten oder der Barcode – das alles geht auf die Kappe der Forscher und Ingenieure von „Big Blue“.

Doch so gut das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte auch darin war, immer neue Wege zu beschreiten, geriet IBM in den vergangenen Jahren zunehmend ins Hintertreffen: So sank der Aktienkurs seit dem Jahr 2016, statt zu steigen – wie das bei anderen Techkonzernen der Fall war –, obwohl das Unternehmen Milliarden in Aktienrückkaufprogramme investierte. Und auch die Umsätze schrumpften kontinuierlich. Die Jahre seit der Finanzkrise waren für IBM nicht gerade einfach, doch nun soll ein neuer Firmenchef frischen Wind in den Riesen bringen.

Arvind Krishna übernahm den Posten an der Konzernspitze vor etwas mehr als einem Jahr. Seine Vorgängerin Ginni Rometty verabschiedete sich in die Pension, sie hatte die Geschicke des Konzerns seit 2012 gelenkt – als erste Frau in der Firmengeschichte. Sie machte die Investoren darauf gefasst, dass eine „Rocky Time“ auf sie zukommen werde. Nun, da sie nicht mehr im Amt ist, gilt das vielleicht umso mehr.

Das Unternehmen muss sich nämlich auf die Zukunft vorbereiten. Ein Erbe aus der Ära Rometty wird nicht nur IBM, sondern auch dem neuen CEO dabei helfen: Der 2019 erfolgte und 34 Mrd. Dollar teure Zukauf der Softwareschmiede Red Hat. Krishna galt als der maßgebliche Architekt hinter dem Deal, der dem Traditionskonzern in den kommenden Jahren die Wende hin zu einem Unternehmen, das mit Cloud-Services sein Geld verdient, erleichtern soll. Und so langsam scheint die Strategie zu fruchten, auch wenn global betrachtet im Cloud-Bereich andere die Nase vorn haben (siehe Grafik oben) – nämlich Microsofts Azure und Amazon Web Services (AWS).

Doch konnte IBM in diesem Bereich zuletzt stark zulegen. Allein im ersten Quartal 2021 gab es in der Sparte Clouddienstleistungen einen Umsatzzuwachs von 21 Prozent auf 6,5 Mrd. Dollar, das bescherte dem Unternehmen auch das erste Erlöswachstum nach vier Quartalen.

Im Vorjahr setzte IBM mit seinen Cloudservices rund 23,4 Mrd. Euro um und damit schon beinahe so viel wie mit dem Bereich Global Technology Services – der Infrastruktursparte und dem größten Umsatzbringer des Konzerns. Im dritten großen Segment, Business Services, das 2020 rund 16,2 Mrd. Euro umsetzte, bietet das Unternehmen Consulting-Leistungen und Prozesslösungen an.