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Zwischentöne

Berliner Wagner-Glanz und die Perversionen der Zeitläufte

Dieser Tage jährte sich der Geburtstag des Komponisten und großen Dirigenten Leo Blech zum 150. Mal. Man sollte seine Aufnahmen hören.

Jubiläen haben nicht nur enervierende, sondern auch gute Seiten: Wer sich zum Beispiel im Gefolge des 150. Geburtstags von Leo Blech auf die Suche nach Dokumenten gemacht hat, die das Wirken dieses Künstlers überliefern, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Leo Blech?

Er war im Berlin der Zwischenkriegszeit wahrscheinlich der beliebteste Dirigent. Er war – unter anderem bei Engelbert Humperdinck ausgebildet – auch Komponist. Ganz selbstverständlich fiel die Wahl auf ihn, als es galt, im ersten deutschen Tonfilm das „Meistersinger“-Vorspiel abzufilmen. Blech war für die deutsche Musikszene so unverzichtbar, dass etliche Sondererlässe dem Sohn eines jüdischen Bürstenfabrikanten noch vier Jahre nach der NS-Machtübernahme ermöglichten, in Berlin aufzutreten.