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Handel

Unimarkt will mit "Uniboxen" Direktvermarktern nichts wegnehmen

Neuer Unimarkt-Alleineigentümer Haider bietet Direktvermarktern eine Andockmöglichkeit.

Immer weniger Orte haben einen eigenen Greißler, Bauern versuchen mit Direktvermarktung Abhilfe und neue Einkommenszweige zu schaffen, und auch die Lebensmittelhändler stellen autonome Filialen ohne Personal auf. Während in Kärnten Billa-Boxen die Wogen hochgehen lassen, hat Unimarkt mit drei Uniboxen in Oberösterreich keinerlei Aufregung erzeugt. Eine Erklärung dafür lieferte der neue Alleineigentümer Andreas Haider im Gespräch mit der "Kleine Zeitung" (Montagausgabe).

Haider möchte die Billa-Boxen - in der Steiermark und Kärnten sieht man starke Konkurrenz für die Bauern - nicht mit der Unibox vergleichen. Die Mission seines Unimarktes laute, Lösungen für Gemeinden ohne Nahversorger zu finden. "Bei uns geht es um 1.000 Artikel des täglichen Bedarfs, die Grundversorgung zu Supermarktpreisen. Direktvermarktern etwas wegzunehmen, ist nicht unsere Ausrichtung. Wenn es in einer Region aber viele Selbstvermarkter gibt, sind wir bereit, ihnen eine Andockmöglichkeit zu geben – als Bühne und unter deren Bedingungen", so Haider.

Bis Jahresende soll es 30 Uniboxen in Österreich geben. "Es gibt 600 Gemeinden ohne Nahversorger, das ist unser Potenzial." Auch in der Steiermark sollen dann personallose Filiale stehen. "Und wenn in Kärnten ein Nah-&-Frisch-Standort Potenzial im Nachbarort sieht, gerne", kündigte Haider an.

Der 52-Jährige, der seit 30 Jahren im Unternehmen arbeitet, sieht Unimarkt als Alternative zu den marktbeherrschenden Unternehmen. "Wir richten unsere Energie darauf aus, in unserer Kleinheit Elemente und Produktgruppen zu entwickeln und so in die Kommunikation zu bringen, dass man uns glaubt und wir authentisch sind."

Unimarkt will wachsen

Der Kurs auf Regionalität machte sich in der Pandemie bezahlt. "Die lokalen Lieferanten hatten im ersten Lockdown keine Engpässe, sie haben ihre Chance genutzt und jeden Tag geliefert. 20 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit regionalen und lokalen Produkten, aufgrund dieses Themas haben wir im Coronajahr einen sehr guten Zuspruch gehabt."

Auch der Aufbau eines Online-Shops seit 2015 erwies sich als goldrichtig. In den ersten Wochen der Pandemie sei das Unternehmen ausgebucht gewesen, Engpass waren die Versandboxen, erzählte Haider. Das Onlinegeschäft habe sich auf einem viel höheren Niveau als vor Corona eingependelt. "Viele Menschen auch der Generation 60 plus haben es ausprobiert und bleiben dabei."

Derzeit mache online 1,5 bis 2 Prozent des Umsatzes aus. Haider rechnet mit wachsenden Anteilen, die aber im einstelligen Prozentbereich bleiben werden. "In Österreich sind wir mit stationären Flächen sehr gut versorgt." Bis 2025 möchte der neue Alleineigentümer auf 150 Unimärkte wachsen, 100 davon als Franchise geführt. Ein Unternehmer am Standort könne das Thema Regionalität authentischer prägen als eine Zentrale. Dass die Stärke von Unimarkt auf dem Land liegt, sei dem für Städte zu kleinem Marketingbudget geschuldet.

(APA)