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"Faustrecht": FPÖ-Comic sorgt weiter für Empörung

WIEN-WAHL: FP�-COMIC
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (Helmut Fohringer)
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Die SP-nahen Kinderfreunde sind ob der blauen Zeichenkünste entsetzt: "Strache betreibt Gewaltverherrlichung." Für die FPÖ ist hingegen nur die Gewalt der rot-grünen Extremisten "täglich spürbare Reality".

Das Wahlkampf-Comic der FPÖ, in dem ein Bub aufgefordert wird, einem Türken ("Mustafa") mittels Steinschleuder eine "aufzubrennen", sorgt in Wien weiter für Aufregung.

Nachdem die Grünen am Sonntag angekündigt hatten, eine Anzeige gegen das blaue Druckwerk wegen des vermuteten Straftatbestands der Verhetzung einzubringen, zeigten sich die als SPÖ-nahe geltenden Wiener Kinderfreunde am Montag "entsetzt" darüber, dass die Freiheitlichen Kinder "zum Kampf" animieren.

FPÖ betreibt "Gewaltverherrlichung"

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fordere Kinder zu aggressiven Attacken mit Körperverletzung auf, empörte sich Kinderfreunde-Geschäftsführer Christian Morawek. "Strache gefällt sich in der Rolle des Jugend-Verstehers, behauptet an die Jugend zu glauben. Was er tatsächlich herbei schwört, ist Gewaltverherrlichung und eine Jugend, die mit dem Faustrecht alle jene aus dem Weg schlägt, die ihnen nicht unter die Nase gehen", kritisierte Morawek.

FPÖ: Rot-grüne Gewalt "spürbare Reality"

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ortete unterdessen einen "krampfhaften Versuch der linken Jagdgesellschaft, das FPÖ-Comic-Heft als Aufruf zur Gewalt umzuinterpretieren". Die Gewalt "rot-grüner Extremisten" sei hingegen "täglich spürbare Reality", verwies der blaue Wahlkampfleiter auf "Krawalle der linken Parteijugend" bei FPÖ-Veranstaltungen. Offenbar sei es für die Gutmenschen vom Dienst keine Gewalt, Eier, Flaschen und Steine auf FPÖ-Politiker zu werfen und freiheitliche Sympathisanten zu beschimpfen, zu bespucken und tätlich anzugreifen.

FP-Comic sorgt für schwarzen-grünen Streit

Die Zeichenkünste der FPÖ sorgten auch für einen Schlagabtausch zwischen Grünen und ÖVP. Zunächst warf die Öko- der Volkspartei vor, zu Straches "Verhetzungs-Comics" zu schweigen. Grünen-Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner unterstellte der ÖVP und Spitzenkandidatin Christine Marek, diese sei inhaltlich schon so nahe an die FPÖ gerückt, dass solche Entgleisungen gar nicht mehr auffielen.

Der Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter konterte, es sei den Grünen unbenommen, "mangels eigener Themen auf jede bewusste Provokation der blauen Sprücheklopfer aufzuspringen und ihnen dadurch politisches Gewicht zu verleihen, das sie in Wahrheit nicht haben". Grünen-Chefin Eva Glawischnig und die Wiener Spitzenkandidatin Maria Vassilakou sollten sich lieber um ihre eigene "Chaostruppe" statt um die ÖVP sorgen, empfahl Walter.

(APA/Red.)