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Pandemie

Bayerns Regierungschef lehnt österreichisches Modell für Corona-Lockerungen ab

Grenze zwischen Tirol und Bayern bei Erl/NussdorfRoland Mühlanger
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Deutschland beginnt ab Wochenende mit der Lockerung der Corona-Regeln. Bayern will den Tourismus ab Pfingsten wagen. Wer nur die erste Teilimpfung hat, muss sich aber noch gedulden. Man will dabei nicht dem österreichischen Plan folgen.

Nach monatelangen strikten Coronabeschränkungen leitet das große deutsche Nachbarbundesland Bayern ab Montag Lockerungen ein. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen unter 100 pro Tag dürfen Außengastronomie (bis 22.00 Uhr), Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Das entschied die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag.

Zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai soll auch Tourismus wieder möglich sein. In Kreisen und kreisfreien Städten mit stabilen Coronazahlen von unter 100 Neufällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen. Generell gelten Hygienekonzepte, Masken- und Testpflichten - die Details werden noch erarbeitet, das Gesundheitsministerium in Berlin muss formal zustimmen.

Söder sagte zu den Lockerungen zu Pfingsten, Bayern sei nicht nur Tourismusland. Es sei auch psychologisch wichtig, eine Perspektive zu haben. Bereits ab Donnerstag wird das 13-Millionen-Land vollständig gegen Covid-19 geimpfte Menschen mit negativ Getesteten gleichstellen und ihnen weitere Lockerungen zuerkennen. Unter anderem sollen Menschen mit vollständiger Corona-Impfung - also je nach Art des Serums meist mit zwei Impfdosen - von Testpflichten und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen befreit werden. Bei der Zahl der maximal erlaubten Kontakte werden vollständig Geimpfte nicht mitgezählt.

Schnelltests reichen nicht

Dem „österreichischen Modell", wonach Menschen schon nach der ersten Teilimpfung in den Genuss von Erleichterungen kommen, wolle man indes nicht folgen, sagte Söder: "Wir würden das jetzt nicht machen." Die Praxis sei doch mit hohen Risiken verbunden, auch wenn die Erstimpfung bereits einen recht hohen Schutz biete. Zuvor hatte auch die Bundesregierung in Berlin eine Verordnung mit Lockerungen der Corona-Regeln nur für vollständig Geimpfte, Genesene und Personen beschlossen, die einen tagesaktuellen negativen Coronatest aus qualifizierten Teststellen vorweisen. Schnelltests aus der Apotheke für den Hausgebrauch reichen dafür nicht.

In Österreich soll schon die Erstimpfung künftig als Eintrittskarte für Lokale, Veranstaltungen und Hotels gelten. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kündigte am Montag im Parlament an, dass dies aber erst 21 Tage nach Erhalt der ersten Dosis gelten solle. Eine entsprechende Gesetzesänderung wurde vom Nationalrat beschlossen, doch werden die Details noch durch eine Verordnung des Gesundheitsministeriums bestimmt.

(APA/DPA)