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Zwischenbilanz

Automarkt beflügelt AMS

Employees of Austrian sensor specialist AMS work in their factory in Unterpremstaetten
AMS will nun noch die restlichen 28 Prozent von Osram übernehmen.REUTERS
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Der Sensorspezialist dürfte mit der Integration des Lichtkonzerns Osram deutlich mehr Synergien erzielen. Zweiteren erwartet ein Delisting.

Der steirische Sensorspezialist AMS kommt mit der Integration des Münchner Lichtkonzerns Osram zügig voran und erwartet höhere Einsparungen als bislang geplant. Die jährlichen Synergien über drei Jahre würden nun bei 350 Millionen Euro nach bislang 300 Millionen Euro erwartet.

Der künftig unter dem Namen AMS Osram firmierende Konzern erzielte zum Jahresauftakt bei Erlösen von 1,55 Milliarden Dollar einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) von 172 Millionen Dollar. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, ist das gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres beim Umsatz ein Rückgang von neun Prozent, beim Ebit ein Minus von elf Prozent. Vergleichszahlen mit dem Vorjahr seien nach der Osram-Übernahme nicht verfügbar.

Zum Jahresauftakt habe der Konzern eine starke Nachfrage auf dem Automobilmarkt gespürt, während das Consumer-Geschäft von der typischen Saisonalität geprägt gewesen sei. Das Unternehmen liefert Komponenten für Automobilbeleuchtung. Das Segment Halbleiter, das historische AMS-Geschäft, habe 65 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen, das Segment „Lamps & Systems“ 35 Prozent. Die Erlöse des bisherigen AMS-Geschäfts beliefen sich auf 525 Millionen Dollar, die bereinigte operative Marge auf 22 Prozent. AMS liegt damit innerhalb der zuvor genannten Bandbreite beim Umsatz zwischen 500 und 540 Millionen Dollar. Die in Zürich gelistete Aktie stieg gestern im Tagesverlauf um über sechs Prozent.

Osram verschwindet von Börse

Für das zweite Quartal stellt sich AMS auf leichte Einbußen ein. Zwar sei mit einer weiter dynamischen Erholung der Automobilnachfrage zu rechnen, trotz einer allgemein angespannten Situation in der Lieferkette. Die Erlöse dürften aber mit 1,43 bis 1,53 Mrd. Dollar unter dem ersten Quartal liegen.

AMS will mit der Osram-Übernahme zum „unangefochtenen Anbieter von optischen Lösungen“ werden. Bereits im März hatte AMS erwirkt, dass der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag in Kraft tritt. Dies verschaffte AMS Zugang zu den Finanzmitteln von Osram. Damit sollen auch die Schulden für die über vier Milliarden Euro schwere Übernahme getilgt werden. Osram soll künftig vom Kurszettel der Börse verschwinden. Für die restlichen 28 Prozent gibt es seit Montag ein neues Übernahmeangebot: AMS bietet 52,30 Euro je Osram-Aktie und damit mehr als bisher.(ag./est)


[RFS81]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2021)