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Italien

Medikament gegen Parkinson verursachte Spiel- und Sexsucht: Pharmafirma Pfizer verurteilt

Das Pfizer-Logo an der Firmenzentrale in ManhattanAPA/AFP/GETTY IMAGES/SPENCER PLA
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Mailänder Berufungsgericht spricht 60-Jährigem eine halbe Million Euro Schadenersatz zu. Ansonsten hatte das Medikament bestens gewirkt.

Manche Nebenwirkungen von Medikamenten sind schon bizarr: Pfizer Italia, der italienische Zweig des US-Pharmakonzerns Pfizer, ist von einem Mailänder Berufungsgericht zur Zahlung von einer halben Million Euro Schadenersatz an einen 60-jährigen Mann verurteilt worden, bei dem das Parkinson-Medikament „Cabaser" laut Gerichtsurteil Spielsucht und Hypersexualität verursacht hatte.

Im Lauf des Prozesses bestätigten Gutachter die von dem Mann behaupteten Nebenwirkungen des Medikaments, das er von 2001 bis 2006 eingenommen hatte; er war also im Grunde ungewöhnlich früh an dem Nervenleiden erkrankt. Pfizer informierte tatsächlich ab 2007 in der Packungsbeilage über diese möglichen Nebenwirkungen.

Im Lauf der fünf Jahre entwickelte der Italiener eine chronische Spielsucht, obwohl er davor nie mit Glücksspiel zu tun gehabt hatte. Er musste sogar seinen Arbeitsplatz verlassen, nachdem er wegen seiner Spielsucht 100.000 Euro veruntreut hatte. Die Summe muss er immer noch zurückzahlen.

„Medikament funktionierte hervorragend"

"Die ersten Symptome traten ein paar Monate, nachdem ich begonnen hatte, das zu nehmen, auf. Ich wurde sexuell übererregt, dann begann ich zu spielen, ich dachte, ich sei verrückt", berichtete der Kläger. Sein Anwalt bezeichnete den Richterspruch als präzedenzlos: „Wir haben nie die hervorragende, auch von unserem Mandanten anerkannte Wirkung des Medikaments infrage gestellt, sondern lediglich den Mangel an Informationen über die Nebenwirkungen in der Packungsbeilage: Die Anwender müssen sie im Voraus kennen", so der Anwalt. Der Rechtsstreit hatte 2015 begonnen.

>>> Informationen über Cabaser

 

(APA)