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Alma Zadic, Justizministerin
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Interview

Alma Zadić: „Es ist eine Stärke, Hilfe zu suchen“

Justizministerin Alma Zadić will den Opferschutz stärken, um Femiziden entgegenzuwirken. Das Eherecht soll reformiert werden. Gewalt- und Morddrohungen kennt sie selbst nur zu gut.

Die Presse: 2021 wurden schon neun Frauen von ihren (Ex)-Partnern getötet. Wie viel Schuld geben Sie der Pandemie, wie viel strukturellen Fehlentwicklungen in Gesellschaft und Justiz?

Alma Zadić: Die Pandemie ist sicher ein Faktor, weil sie die Lebenssituation vieler sehr verschlechtert hat. Aber freilich hat das auch mit patriarchalen Strukturen zu tun. Und einem Männlichkeitsgedanken, sich über die Frau stellen zu können. Die Justiz kommt immer erst zum Zug, wenn bereits etwas passiert ist. Dennoch gibt es auch hier Schrauben, an denen wir drehen können. Wir haben das Budget für den Opferschutz zum Beispiel schon um 4,1 Millionen Euro aufgestockt. Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalttaten wurden, können nun psychosozial und juristisch besser begleitet werden.

Jedes Mal, wenn eine Frau ermordet wird, heißt es, jetzt muss was geschehen. Meistens passiert dann aber nichts. Was hat sich der „Gewalt-Gipfel“ nun konkret vorgenommen?