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Impfdiplomatie

Der Westbalkan soll als Blaupause für die EU-Impfhilfe dienen

Außenminister Schallenberg traf am Dienstag auf seinen bosnischen Counterpart Bisera Turković, wie ein eigens mitgereister Fotograf für das Außenministerium festhielt.(c) AUSSENMINISTERIUM/MICHAEL GRUBER (MICHAEL GRUBER)
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Österreichs Außenamt sieht in der Unterstützungsaktion ein Pilotprojekt, um überschüssige Vakzine rechtlich einwandfrei zu verschenken.

Wer in diesen Tagen durch die bosnische Hauptstadt Sarajewo flaniert, könnte glauben, die Pandemie wäre überstanden: Die Geschäfte haben geöffnet, die Restaurants auch. Auf den Terrassen der Bars um die im osmanischen Reich erbaute Altstadt sitzen Geschäftsleute und trinken kühles Bier. Nur wenige tragen meist schlecht sitzende Masken.

Doch die Gelassenheit in den Straßen Sarajewos ist aufgesetzt: Das 3,5-Millionen-Einwohner-Land Bosnien und Herzegowina stolpert durch die Pandemie. An manchen Tagen starben in Sarajewo mehr Menschen am Virus als in den Tagen der Belagerung in den Neunzigerjahren, wie bosnische Zeitungen vorrechnen. Die Lockdowns haben der Wirtschaft zugesetzt, die Armut ist rasant angestiegen, die Staatskasse ist klamm.

Nun soll das Land zu einer Blaupause für ein ehrgeiziges Projekt werden: Die Europäische Union will beginnen, ihre Nachbarschaft zu impfen. Rund 2,4 Milliarden Impfdosen hat Brüssel im vergangenen Jahr für die 27 EU-Mitglieder bestellt – mehr als doppelt so viele wie benötigt werden. Je mehr EU-Bürger geimpft sind, desto mehr soll sich der Blick der Europäer nach außen wenden.