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Verteilungsdebatte

Bringt eine Quote mehr Frauen zum Film?

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Das neuere österreichische Autorenkino ist weiblich, doch spiegelt die Förderlage das auch wider? Marie Kreutzer (mit Pheline Roggan) beim Dreh ihres Films „Was hat uns bloß so ruiniert“.Starpix / picturedesk.com
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Frauen spielen immer mehr in der Oberliga des österreichischen Films, doch das meiste Fördergeld geht immer noch an Projekte von Männern. Eine jüngst beschlossene Quote soll das ändern. Doch sie ist umstritten.

Man kann es als historische Weichenstellung bezeichnen: Im April beschloss der Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts (ÖFI), mit 21,5 Millionen Euro Förderbudget im Jahr die finanzkräftigste Filmsubventionsstelle, eine Geschlechterquote. In der Branche sind die Meinungen dazu geteilt. Zumindest beim Ziel scheinen sich alle halbwegs einig zu sein: Frauen und Männer sollen annähernd gleich viele Förderungen beantragen – und im Idealfall auch bekommen. Für Dissonanzen sorgt das Wie.

Geschlechtergerechte Filmförderung: Was genau wurde nun beschlossen?

Bis 2024 soll der Anteil der Fördermittel, der an ein „Frauenkonto“ geht, schrittweise auf 50 Prozent (mit einer Schwankungsbreite von fünf Prozent) erhöht werden. Berechnet wird das mithilfe des „schwedischen Modells“: Dabei wird ausgewertet, ob die Stabstellen Drehbuch, Regie und Produktion mit Frauen oder Männern besetzt sind. Wird ein Film etwa von einer Frau geschrieben, von einem Mann inszeniert und einer Frau produziert und mit 300.000 Euro gefördert, dann gehen davon 200.000 Euro aufs virtuelle Frauen- und 100.000 Euro aufs Männerkonto. Die Richtlinien treten mit 1. Juli in Kraft, das erste Etappenziel (35 Prozent) wäre schon im Vorjahr erreicht worden.