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Autoindustrie

VW mit historischem Jahresauftakt

VW Werk
APA/dpa/Julian Stratenschulte
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Die starke Nachfrage, vor allem aus China, lässt die Gewinne sprudeln.

Der deutsche Volkswagen-Konzern hat trotz des weltweiten Chipmangels eines der besten ersten Quartale seiner Geschichte eingefahren. Das operative Ergebnis des Konzerns verfünffachte sich zu Jahresbeginn auf 4,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Den Ausblick für das Gesamtjahr hob der weltweit zweitgrößte Autokonzern ebenfalls an. Statt einer operativen Rendite zwischen fünf und 6,5 Prozent werden nun bis zu sieben Prozent in Aussicht gestellt, ebenso wie ein Umsatz deutlich über dem Vorjahreswert.

 

„Wir sind mit viel Momentum ins Jahr gestartet und operativ stark unterwegs“, so Konzernchef Herbert Diess. Die Offensive bei E-Autos nehme weiter Fahrt auf, und bei der Transformation komme Volkswagen gut voran. „Im weiteren Jahresverlauf ist noch viel von uns zu erwarten.“ Der Mangel an Computerchips, der die Branche derzeit weltweit belastet, habe sich im Auftaktquartal noch nicht so stark ausgewirkt. Im laufenden zweiten Quartal werde der Engpass aber voraussichtlich „etwas deutlicher Auswirkungen haben als bisher“, so Finanzvorstand Arno Antlitz. Dennoch sei Volkswagen zuversichtlich in Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung.

Ein Fünftel mehr Autos

Zu dem starken Jahresstart trug vor allem die rasante Erholung in China bei, wo die Auslieferungen nach dem Stillstand zu Beginn des vergangenen Jahres um 61 Prozent kletterten. Weltweit lieferte Volkswagen im Zeitraum Januar bis März mit 2,4 Millionen Fahrzeugen um ein Fünftel mehr aus als noch vor Jahresfrist.

Vor allem die Ertragsstützen Porsche und Audi steigerten ihre Auslieferungen deutlich. Das robuste Geschäft ließ auch den Mittelzufluss sprudeln. Beim Netto-Cashflow übertraf der Konzern mit 4,7 Milliarden Euro das erste Quartal des Vorkrisenjahres 2019 um mehr als das Doppelte. Die Liquidität im Autogeschäft verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel auf 29,65 Milliarden Euro.

Volkswagen hat wegen des Chipmangels in den vergangenen Wochen mehrfach die Produktionsbänder anhalten und Kurzarbeit anmelden müssen. Weltweit sind die meisten Hersteller von den Engpässen bei elektronischen Bauteilen betroffen, weil die Chiplieferanten nach Ausbruch der Coronakrise vorrangig Computerhersteller und Anbieter von Unterhaltungselektronik bedienen. Als sich die Pkw-Nachfrage Ende vergangenen Jahres schneller als erwartet erholte und die Autoindustrie dringend Chips benötigte, waren viele Kapazitäten bereits vergeben. Es könnte bis ins nächste Jahr dauern, bis die Versorgung mit Computerbauteilen wieder reibungslos klappt.

Dank der guten Liquidität dürften jedoch die ehrgeizigen Investitionspläne für den Umbau von Volkswagen zu einem Mobilitätsunternehmen, das neben Elektroautos auch selbstfahrende Fahrzeuge und damit verbundene Dienste anbietet, fürs Erste gesichert sein. Bis 2030 will VW in Europa sechs Gigafabriken für den Bau von Batteriezellen hochziehen. Das allein dürfte nach Einschätzung von Experten mindestens zwölf Milliarden Euro kosten.

Außerdem treibt der Hersteller die Entwicklung von Software für Roboterautos voran und will die dafür nötigen Hochleistungschips selbst entwickeln. All das verschlingt in den nächsten Jahren viel Geld, das ohne weitere Einsparungen nicht aufgebracht werden dürfte. Die VW-Aktie lag nach Bekanntgabe der Zahlen rund zwei Prozent im Minus. (Reuters)


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