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Umfrage

Junge in Österreich sehen die EU vorwiegend positiv

Aber immerhin 19 Prozent sind für einen Austritt Österreichs aus der EU. Zwei Drittel der Maturanten sehen die EU als Chance. Nur 35 Prozent sind zufrieden mit dem Engagement der EU für Klimaschutz.

Jugendliche in Österreich sehen laut einer vor dem Europatag publizierten Umfrage im Auftrag der Wirtschaftskammer (WKÖ) die EU-Mitgliedschaft überwiegend positiv. Die Hälfte der Befragten im Alter von 16 bis 29 Jahren gab an, die Vorteile würden überwiegen. Für 26 Prozent überwiegen die Nachteile, der Rest machte keine Angaben. Aus der EU austreten wollen nur 19 Prozent in dieser Altersgruppe, während 71 Prozent Österreich weiter als EU-Mitglied sehen wollen.

Für die Umfrage des Market-Instituts wurden im April 400 junge Menschen in Österreich im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt.

Nach Ansicht von 55 Prozent der österreichischen Jugendlichen trägt die EU zu ihren persönlichen Lebenschancen bei, für 15 Prozent sogar stark. Diese Erwartungshaltung ist unter Maturanten deutlich ausgeprägter, zwei Drittel sehen die EU als Chance. Auch für einen EU-Austritt sprechen sich nur 14 Prozent der Maturanten aus, während immerhin 22 Prozent der befragten Jugendlichen ohne Matura dafür sind, dass Österreich die Europäische Union verlässt.

„Die Jugend ist grundsätzlich sehr positiv und bereit, sich zu engagieren, aber auch kritisch und nicht lethargisch", sagte der Präsident der Europäischen Bewegung Österreichs (EBÖ), Christoph Leitl, der auch Präsident der Europäischen Wirtschaftskammer „Eurochambres" ist, zu den Umfrageergebnissen. Dies zeige sich anhand der Zufriedenheit der Jugendlichen mit verschiedenen EU-Themen.

Während die Themen „Klimaschutz" und „Lösung der Flüchtlingsfrage" von den jungen Menschen als die wichtigsten EU-Fragen genannt werden, zeigten sich in der Umfrage nur 35 Prozent mit dem EU-Engagement für Klimaschutz zufrieden und nur 27 Prozent beim Flüchtlingsthema, auch wenn die Zufriedenheit im Vergleich zu 2019 stieg. Zufrieden ist eine Mehrheit der österreichischen Jugendlichen hingegen mit den EU-Bildungsmöglichkeiten, mit der Stabilität des Euro, den internationalen Job-Möglichkeiten und dem Vorantreiben der Digitalisierung.

Die Zukunft der Europäischen Union wird von den jungen Menschen unterschiedlich gesehen. 36 Prozent glauben, dass sich die Bindung der EU-Staaten zueinander abschwächen wird. 33 Prozent erwarten keine Änderung zu heute, und 24 Prozent rechnen mit einem weiteren Zusammenwachsen der EU. Dies sei „eine klare Absage an die Idee der Vereinigten Staaten von Europa", sagte Bundesratspräsident Christian Buchmann (ÖVP). Erwartet würde vielmehr eine Union von selbstständigen Staaten, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in den großen Fragen zusammenarbeite, aber auch den Föderalismus sehr schätze.

Leitl und Buchmann wollen sich auch im Rahmen des Europäische Jugendforums Neumarkt (EYFON) weiter mit Jugendfragen und der EU auseinandersetzen. Leitl - er ist auch EYFON-Präsident - sagte: "Wir werden die Stimme der Jugend sein." Das Forum werde die Antworten der Jugendlichen zu 15 konkreten Fragen in die Konferenz zur Zukunft Europas einbringen, sagte Leitl.

Buchmann plant eine Jugendveranstaltung zur EU-Zukunftskonferenz am 25. Mai im Parlament in Wien. Sein Motto sei "die Regionen als Fundament Europas", sagt der Bundesratspräsident, der auch ein Treffen der EU-Ausschüsse der Landtage und des Bundesrats am 21. Mai in Graz organisieren will.

Für die Umfrage des Market-Instituts wurden im April 400 junge Menschen in Österreich im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt.

(APA)