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Garten-Trend

Plätschern, fließen, springen: Zierbrunnen erleben ein Revival

Selten gewordenes Garten-Element: Das Vogelbad. Im Bild eine besonders prächtige Variante, es tut aber auch ein einfacher Blumentopfuntersetzer.
Selten gewordenes Garten-Element: Das Vogelbad. Im Bild eine besonders prächtige Variante, es tut aber auch ein einfacher Blumentopfuntersetzer.Getty Images
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Es muss nicht immer Pool oder Teich sein: Zierbrunnen sorgen immer öfter auch in heimischen Gärten für Atmosphäre – oft sogar mit Beleuchtung.

Nicht nur (Natur)Pools, Schwimm- und Gartenteiche sind begehrte Garten-Elemente, auch Zierbrunnen erleben ein Revival. „Die Zahl der Anfragen ist enorm“, sagt Alexander Tröster von Trösters Brunnenwelt. Nalan Deer von Gartenbrunnen Österreich kann sich ebenfalls nicht über eine mangelnde Nachfrage beklagen: „Sie ist definitiv größer als sonst.“ Die Lockdowns hätten dafür gesorgt, dass die Menschen auch den Garten attraktiver machen wollten, sind beide überzeugt.

Plätschern, fließen, springen

Vielfältig sind auch die Formen der Brunnen, die von Quadern, Pyramiden, Kugeln oder Säulen über mehrstufige Wasserspender bis zu Figurenbrunnen, die entweder antik sind oder diesen Vorbildern nachempfunden wurden, reichen. „Ein Renner sind beispielsweise Quellsteine“, sagt Tröster. Wonach der Kunde greift, werde unter anderem von der Architektur des Hauses und des Gartens beeinflusst. „Für moderne Häuser und Gärten werden meist moderne Brunnen gewählt, während sich die klassische Variante in ebensolchen Gärten findet“, erzählt Deer. Doch nicht nur der Variantenreichtum bei den Formen stellt Wasserfreunde vor die Qual der Wahl, das gilt genauso für die Materialien. Denn Brunnen verschiedenster Art werden nicht nur aus Naturstein, sei es bearbeitet, sei es unbearbeitet, hergestellt, sondern auch aus Edelstahl, Keramik, Beton oder Stein-Imitat aus Kunststoff. „Sehr beliebt sind auch englische Wandbrunnen aus Ziegel oder Klinker“, weiß Markus Zuliani von Lederleitner.

Schlauch und Pumpe

Wer sich vom sanften Plätschern des Wassers beruhigen lassen will, braucht übrigens weder einen Brunnen graben zu lassen noch eine fixe Zu- und Ableitung. „In der Regel kann man sie mithilfe eines Schlauchs befüllen“, sagt Zuliani. Damit das Wasser dann in dem geschlossenen Kreislauf zirkulieren kann, braucht es nur noch Strom, um die dafür notwendige Pumpe anzutreiben. Wird der Brunnen nachts beleuchtet, benötigt man allerdings zwei Stromleitungen. Regelbare Pumpen sorgen dafür, dass das Plätschern des Wassers bei Bedarf lauter oder leiser gestellt werden kann. Viel Pflege benötigen die Brunnen nicht: „Je nach Verdunstung sollte einmal pro Woche Wasser nachgefüllt werden“, sagt Deer. Alle zwei bis drei Monate sollten die plätschernden Accessoires gereinigt werden, auch, um Kalk- und Algenbildung zu vermeiden. Platz für einen Brunnen ist übrigens selbst auf dem kleinsten Balkon – dafür werden große frostfeste und wasserdichte Gefäße mit kleinen Wasserpflanzen in Gitterkörben versehen und mit Wasser gefüllt.

Immer häufiger sind weiters Vogeltränken in den verschiedensten Ausgestaltungen in heimischen Gärten zu finden. „Besonders beliebt sind dafür Granit-Grander“, sagt Zuliani. Aber auch Untersetzer von größeren Blumentöpfen werden von Vögeln und Insekten akzeptiert. „Vogeltränken sollten regelmäßig gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden“, rät Zuliani. Wobei die gefiederten Freunde nicht nur ihren Durst stillen, sondern auch gern ein erfrischendes Bad genießen.

Wer den Brunnen nicht nur als optische und akustische Bereicherung des Gartens ansieht, sondern diesen auch zur Bewässerung desselben nutzen will, dem bleibt nicht erspart, einen ebensolchen zu bohren. Eine wasserrechtliche Entnahme von Grundwasser ist in Österreich dem Wasserrechtsgesetz zufolge nicht bewilligungspflichtig, sofern Wasser nur durch handbetriebene Pump- oder Schöpfwerke und in einem angemessenen Verhältnis zum eigenen Grund entnommen wird. In der Regel nicht gestattet ist allerdings die Neuerrichtung von Hausbrunnen in einem Grundwasserschutzgebiet, in Grundwasserschongebieten ist sie häufig wasserrechtlich anzeige- oder bewilligungspflichtig. Die Gemeinde in ihrer Funktion als Baubehörde ist darüber sowie über die Nutzung des Wassers als Nutz- oder Trinkwasser allerdings dennoch zu informieren.

Was Sie beachten sollten bei . . . Brunnen und Zierbrunnen

Tipp 1 Tradition. Brunnen in Parks und Gärten schaffen nicht nur Atmosphäre, sondern dienen auch der Erholung und Erfrischung. In der Vergangenheit war die soziale Funktion noch deutlich stärker ausgeprägt: Brunnen versorgten nicht nur Dörfer und Stadtteile mit Wasser, sondern waren oft die einzigen Alltags-Treffpunkte. Und natürlich wurden auch Brände mit dem Wasser gelöscht.

Tipp 2 Wasserrecht. Wer einen Brunnen schlagen will, ist Wasser-autark – doch darf man das? Eine wasserrechtliche Entnahme von Grundwasser ist nicht bewilligungspflichtig, sofern Wasser nur durch handbetriebene Pump- oder Schöpfwerke und in einem angemessenen Verhältnis zum eigenen Grund entnommen wird. Für Grundwasserschutz- und -schongebiete gelten andere Regeln.

Tipp 3 Wartung. Nach der erstmaligen Füllung muss je nach Verdunstung regelmäßig Wasser nachgefüllt werden. Alle zwei bis drei Monate sollte eine Reinigung auf dem Programm stehen, auch, um Kalk- und Algenbildung zu vermeiden. Besonders dann, wenn er von Vögeln als Tränke genutzt wird, sollten dafür keine chemischen Mittel, sondern ein Kärcher verwendet werden. Kleine Brunnen sollten im Winter entleert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2021)