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Das umgedrehte Klischee vom Rollenbild der 1950er-Jahre. Doch Normen sind langlebig, sagt die Soziologin Ulrike Zartler.
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Familienforschung

Mutti bleibt daheim? Das ist doch ganz normal!

Die Wertewelt in Österreich ist noch immer sehr traditionell. Nur wenn das Geld knapp ist, versteht man, dass eine Frau mit kleinem Kind wieder arbeiten möchte. Das zeigen Wiener Soziologinnen in einer aktuellen Studie.

Kinder leiden darunter, wenn die Mutter berufstätig ist.“ Dieser Aussage stimmten in der aktuellen Europäischen Wertestudie mehr als die Hälfte aller Österreicherinnen und Österreicher voll zu. „Damit liegt Österreich nah an Russland, Ungarn und Polen und weit entfernt von anderen westeuropäischen Ländern“, sagt die Soziologin Ulrike Zartler. Noch deutlicher sei der Unterschied zu nordeuropäischen Staaten wie Dänemark, Finnland oder Schweden.

Die an der Uni Wien tätige Familienforscherin will sich gemeinsam mit ihrem Team ein genaueres Bild von der Situation in Österreich machen. Sie ergründet seit dem Vorjahr im vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsprojekt „NorM – Normen rund um Mutterschaft“, welche Vorstellungen Frauen und Männer unterschiedlichen Alters in Stadt und Land von der Mutterrolle haben. Erste Ergebnisse aus Gruppendiskussionen und Interviews zeigen eine deutliche Kluft zwischen Worten und Taten: „Die Allermeisten sagen, dass eine Frau für sich entscheiden soll, wann und wie viel sie erwerbstätig ist.“ Zugleich seien aber traditionelle Bilder und die klassische Norm von der guten Mutterschaft unglaublich präsent: „Man sieht, dass diese Wahlfreiheit für Mütter mit jüngeren Kindern, speziell für jene, die ohne finanzielle Notwendigkeit berufstätig sein wollen, nicht gilt.“