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Islam

„Sie wollen Frauen als Marionetten“

„Frauenbeauftragte war eine Scheinfunktion“, sagt Fatma Akay-Türker.
„Frauenbeauftragte war eine Scheinfunktion“, sagt Fatma Akay-Türker.Clemens Fabry
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Als Frauenbeauftragte habe sie in der IGGÖ strukturelle Frauenfeindlichkeit erlebt. In einem Buch rechnet Fatma Akay-Türker nun damit ab.

Wien. „Sind Männer den Frauen überlegen?“ Es war eine gezielt provokante Frage, die Fatma Akay-Türker einem Funktionär der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) stellte. „Und der hat ganz selbstverständlich Ja gesagt.“ Weil genau das in einem Vers im Koran stehe.

Tatsächlich wird die Sure 4:34 in der traditionellen Koranexegese als Beleg für die Überlegenheit des Mannes gedeutet. Aber, meint Akay-Türker, es gebe andere Verse im Koran, die die Gleichstellung von Mann und Frau betonen. Doch auf die würde in der IGGÖ niemand schauen.

Erlebnisse wie dieses waren ausschlaggebend dafür, dass sie vergangenen Juni ihre Funktion als Frauensprecherin der IGGÖ zurücklegte. Weil es nur eine Scheinfunktion gewesen sei, wie sie heute meint. Und auch ihre Tätigkeit als Religionslehrerin beendete sie. Um, wie sie sagt, frei reden zu können. Und sie redet nicht nur, ihre Erfahrungen hat sie nun auch in einem Buch zusammengefasst. „Nur vor Allah werfe ich mich nieder“ ist eine Abrechnung mit einem System, das sie als frauenfeindlich ansieht – auch wenn es sich einen anderen Anstrich gebe.