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Susanna Perl-Lippitsch ist Rechtsanwältin in Wien und auf Ehe- und Familienrecht, insbesondere Scheidungen, spezialisiert.
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Interview

Scheidungsanwältin Perl-Lippitsch: „Die Frau muss dann in der Ehe bleiben“

Scheidungen nach vielen Ehejahren nehmen zu. Doch „Grey Divorces“ haben ihre Fallen. Auch erwachsene Kinder kommen damit schlecht zurecht, und manche können sich eine Scheidung im Alter einfach nicht mehr leisten.

Bill und Melinda Gates haben sich nach 27 Jahren scheiden lassen, Amazon-Gründer Jeff und MacKenzie Bezos nach 25 Jahren. Sind diese Paare eine Ausnahme?

Susanna Perl-Lippitsch: Nein, gar nicht, vor allem nach so langer Ehe. Solche Paare haben sich relativ jung kennengelernt, haben gemeinsame Kinder, die Kinder sind dann aus dem Gröbsten heraußen, da fällt oft ein gemeinsamer Anker weg. Ich habe das immer wieder, dass die Leute kommen und sagen: Ich bin jetzt Mitte 50 und 25 Jahre verheiratet, das kann es noch nicht gewesen sein. Letztens war eine Dame da, sie hat gesagt, sie würde so gern in die Oper und ins Theater gehen, reisen, und ihr Mann will das gar nicht. Der will daheim sitzen und seine Ruhe haben.

Die Zahl der späten Scheidungen, also von „Grey Divorces“, steigt offenbar.