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Pizzicato

Die Schlachten des Admiral Boris

Rule, Britannia. Britannia rule the waves.“ Endlich war die Royal Navy wieder in ihrem Element, wenngleich nicht auf den Weltmeeren, sondern nur im Fischereikrieg im Ärmelkanal.

In der Kraftprobe mit Emmanuel Macron hatte Admiral Boris Johnson zwei Kanonenboote vor die Kanalinsel Jersey geschickt, die weit näher am bretonischen Saint Malo liegt als am britischen Marinehafen Portsmouth. Prompt zogen die französischen Fischerboote ab.

Londons Gazetten überschlugen sich in Hymnen auf die heimische Seemacht. Wenn es gegen die verhassten „Frogs“ geht, schlägt vielen Briten das Herz höher – ob sie nun Engländer, Waliser oder Schotten sind. Die Erzfeindschaft zu den „Froschfressern“ in Frankreich reicht länger zurück als zu den deutschen „Krauts“. Selbst die Nazis hätten nicht – wie jetzt Frankreich – damit gedroht, Jersey das Licht abzudrehen, monieren die Untertanen Ihrer Majestät.

Der letzte Hering im Fischereikrieg im Ärmelkanal ist indes noch nicht gegessen, und es wird sich herausstellen, ob es sich im Konflikt mit der EU um einen Etappensieg handelt oder einen Pyrrhussieg. Das gilt im Übrigen auch für den Machtkampf Johnsons mit den widerborstigen Schotten. Die Zeichen stehen auf Sturm, und womöglich ziehen die Braveheart-Truppen der Nicola Sturgeon aus den Highlands bald schon nach Westminster.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2021)