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Hypo: München ermittelt auch gegen "WirtschaftsBlatt"

Weil Redakteure in der Causa Hypo Alpe Adria aus den Tagebüchern des Tilo Berlin zitierten, ermittelt nun die Münchner Staatsanwaltschaft gegen das ''WirtschaftsBlatt''.
Weil Redakteure in der Causa Hypo Alpe Adria aus den Tagebüchern des Tilo Berlin zitierten, ermittelt nun die Münchner Staatsanwaltschaft gegen das ''WirtschaftsBlatt''.(c) DiePresse.com
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Die Staatsanwalt München wirft zwei Redakteuren verbotene Mitteilung aus Strafakten der Causa Hypo Alpe Adria vor. In Wien will man dem Rechtshilfeersuchen diesmal nicht Folge leisten.

Nach Berichten in Zusammenhang mit der Hypo Alpe Adria-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft München nun auch gegen zwei Redakteure des "WirtschaftsBlatts", wie die Zeitung am Dienstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte ein Rechtshilfeersuchen, dem jedoch nicht Folge geleistet werde.

Die Staatsanwaltschaft München wirft den Journalisten Günter Fritz und Kid Möchel die verbotene Mitteilung aus Strafakten vor - das Vergehen wird in Deutschland mit Geldstrafen bzw. Haft bis zu einem Jahr sanktioniert (Paragraf 353d). Vor wenigen Tagen waren auch Ermittlungen gegen Journalisten der Nachrichtenmagazine "profil" und "News" bekanntgeworden. Konkret ging es um Berichte in Zusammenhang mit der Hypo Alpe Adria-Affäre. Das "WirtschaftsBlatt" hatte unter anderem aus den Einvernahmeprotokollen von Tilo Berlin zitiert.

Chefredakteuer: "Anschlag auf die Pressefreiheit"

"WirtschaftsBlatt"-Chefredakteur Wolfgang Unterhuber sprach in der Aussendung von einem "Anschlag auf die Pressefreiheit" und ortet eine "Kriminalisierung" der Arbeit von Journalisten. Der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer des Blattes, Hans Gasser, betonte, dass das Redaktionsgeheimnis eine wesentliche Grundlage der Pressefreiheit sei: "Jeder Versuch es zu unterlaufen, ist deshalb kategorisch abzulehnen."

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, dass ein Rechtshilfeersuchen aus Deutschland vorliegt und die beiden Redakteure darüber informiert werden. Dem Ansuchen werde nicht Folge geleistet - im Gegensatz zu den Betroffenen vom "profil", die von der Staatsanwaltschaft einvernommen worden waren. Die Anklagebehörde hatte dies als Fehler eingestanden.

(APA)