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Nahost-Konflikt

Warum die Gewalt im Nahen Osten explodiert

Die israelische Armee hat auch in der Nacht auf Dienstag in Reaktion auf massiven Raketenbeschuss Luftangriffe auf den Gazastreifen durchgeführt.

Die Lage in Ostjerusalem eskalierte schon früh am Montag. Schauplatz auch der jüngsten Ausschreitungen: der Tempelberg, der mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee für Juden wie für Muslime zu den wichtigsten heiligen Stätten zählt. Israelische Sicherheitskräfte drangen am Vormittag auf das Gelände der Al-Aqsa-Moschee vor und setzten Gummigeschosse, Tränengas und Blendgranaten gegen Palästinenser ein, die sie mit Steinen angegriffen hatten. Bis zum Nachmittag gab es mindestens 330 Verletzte, darunter etwa 20 Polizisten. Mehr als 250 Menschen wurden in ein Spital eingeliefert.

„Warum greifen sie die Aqsa-Moschee während des Ramadans an? Das ist ein heiliger Ort für die Muslime“, zitierte die „New York Times“ einen Augenzeugen. „Israel zettelt einen Religionskrieg an.“ Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas stellte Israel ein Ultimatum: Bis zum Abend solle es alle Polizisten und Siedler vom Tempelberg und dem Viertel Sheikh Jarrah abziehen. Kurz nach Ablauf der Frist gingen in der Umgebung Jerusalems Raketen nieder; der Alarm war in der ganzen Stadt zu hören. Die Polizei räumte den Bereich der Klagemauer und das Parlament. Wenig später revanchierte sich Israel mit Luftangriffen im Gazastreifen. Nach Angaben der Behörden starben dabei 20 Palästinenser, darunter neun Kinder.

Woher kommt diese jüngste Gewaltexplosion? Ein Überblick.

1. Worum geht es bei den Konfrontationen in Jerusalem?

Die Proteste haben vor einigen Tagen im Viertel Sheikh Jarrah im Nordosten Jerusalems begonnen. Dort müssen 13 palästinensische Familien unmittelbar mit der Zwangsräumung ihrer Wohnungen rechnen, die von Israelis reklamiert werden. Grundlage ist ein Gesetz, wonach jüdische Israelis Immobilien beanspruchen können, aus denen sie oder ihre Vorfahren vor 1948 fliehen mussten. Siedlerorganisationen suchen gezielt nach solchen Objekten. Für viele Palästinenser symbolisieren die drohenden Zwangsräumungen die jahrzehntelange Unterdrückung ihres Volkes. Um keine weitere Gewalt zu provozieren, wurde ein für Montag angesetzter Gerichtstermin zu den Zwangsräumungen verschoben.

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