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Autoindustrie

Nissan-Renault bieten Volkswagen bei Batterien die Stirn

Die tief in den roten Zahlen steckenden Autobauer Nissan und Renault wollen ihre Kräfte bei der Produktion von Batterien für Elektroautos bündeln.

Der japanische Autobauer Nissan und sein französischer Allianz-Partner Renault seien in Gesprächen, um durch die Nutzung einer gemeinsamen Akku-Technologie die Kosten zu senken, sagte Renault-Chef Luca de Meo am Dienstag auf einer Veranstaltung der "Financial Times" (FT). Wenn es gelinge, einen solchen Ansatz zu finden, werde die Allianz wahrscheinlich die Erste sein, die die Schwelle von einer Million verkauften E-Autos mit demselben Batteriemodul überschreite.

Die Zusammenarbeit in der Batterietechnologie gilt als wichtige Bewährungsprobe für die angeschlagene Allianz von Renault und Nissan, zu der als dritter Partner der japanische Autobauer Mitsubishi gehört. Volkswagen droht kleinere Autobauer wie Renault durch seine Finanzkraft bei der Transformation in die Elektromobilität an den Rand zu drängen. Der weltweit zweitgrößte Autobauer will in den nächsten Jahren alleine in Europa sechs Batteriezellfabriken hochziehen und plant ab 2023 eine einheitliche Batterietechnologie, die zum Ende des Jahrzehnts in bis zu 80 Prozent der E-Autos des Konzerns verbaut werden soll.

Dem wollen Renault und Nissan etwas entgegensetzen. Die Entwicklung von leistungsfähigen Batterien entscheidet mit darüber, welcher Autobauer in der E-Mobilität am Ende die Nase vorn haben wird. Nissan und Renault haben nach Meinung von Analysten die Vorteile ihrer seit mehr als 20 Jahren bestehenden Allianz in der gemeinsamen Beschaffung bisher zu wenig genutzt und müssen dringend aufholen. Beide Konzerne stecken mitten in der Restrukturierung. Hinzu kommen die Einschränkungen durch die Pandemie und der Halbleitermangel.

Milliardenverlust für Nissan

Bei Nissan fiel deshalb im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 ein operativer Verlust von 150,65 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) an, fast viermal soviel wie im Jahr davor. Es war zugleich das schlechteste Ergebnis seit zwölf Jahren. Dennoch war der Absturz nicht so tief wie befürchtet. Noch im Februar hatte das mit dem französischen Autobauer Renault verflochtene Unternehmen ein Minus von 205 Mrd. Yen erwartet. Grund für das im Vergleich dazu bessere Abschneiden war die Erholung in China. Für das gerade angelaufene neue Geschäftsjahr 2021/22 stellte Nissan ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht und liegt damit deutlich unter den Erwartungen von Analysten.

Auch Renault hat voriges Jahr einen Rekordverlust aufgehäuft. Der seit Juli amtierende Konzernchef de Meo will den Autobauer durch einen schärferen Sparkurs und den Umbau zu einem stärker auf Software ausgerichteten Technologiekonzern in die Erfolgsspur bringen. Renault ist in China kaum noch vertreten, wo die Konkurrenz dank starker Verkaufszuwächse hohe Gewinne einfährt. Dagegen schlägt der schwache europäische Markt bei den Franzosen voll ins Kontor.

(APA/Reuters)