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Zwischenbilanz

Manager der Commerzbank müssen sich neu um ihre Jobs bewerben

REUTERS
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Die Bank profitiert zum Jahresauftakt von einem florierenden Wertpapiergeschäft und einer niedrigeren Risikovorsorge. Trotzdem muss gespart werden. 10.000 Jobs werden weltweit abgebaut.

Der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof hat das im Umbau befindliche Institut in die schwarzen Zahlen zurückgebracht. Unter dem Strich erwirtschaftete die Commerzbank einen Gewinn von 133 Millionen Euro nach einem Verlust von 291 Millionen Euro vor Jahresfrist. "Nach dem sehr guten Jahresauftakt blicken wir trotz der anhaltenden Pandemie zuversichtlich nach vorn", sagte Knof am Mittwoch. Er hob die Jahresziele für Erträge und Kapital an. Analysten hatten mit einem Verlust in den ersten drei Monaten gerechnet.

"Wir haben bereits nach wenigen Monaten bedeutende Meilensteine unserer Transformation erreicht und wichtige strategische Projekte in allen Teilen des Konzerns auf den Weg gebracht", sagte Knof. Die Einigung mit den Arbeitnehmern in der vergangenen Woche auf umfassende Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen sei bei der Neuausrichtung ein entscheidender Schritt. 

Sämtliche Commerzbank-Manager der zweiten Führungsebene müssen sich neu um ihre Jobs bewerben. Die künftig noch zur Verfügung stehenden Stellen auf der Ebene würden ausgeschrieben und jeder müsse sich bei Interesse erneut darum bewerben, sagte Bankchef Manfred Knof  in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Die Gesamtzahl der Manager in der zweiten Führungsebene nannte er nicht. Bereits im Februar, kurz nach Verkündung der neuen Strategie, wurde die Zahl der Bereichsvorstände reduziert.

Vergangene Woche hatte sich die Commerzbank mit den Arbeitnehmervertretern auf Regelungen zu Altersteilzeit und Vorruhestand geeinigt, die auch die Ebene unterhalb der Bereichsvorstände betreffen. Weltweit baut die Commerzbank 10.000 Stellen ab. In Deutschland fällt jeder dritte Job weg.

Erträge deutlich gestiegen

Die Erträge legten im ersten Quartal vor allem dank eines höheren Provisionsüberschusses um mehr als ein Drittel auf 2,5 Milliarden Euro zu. Die Risikovorsorge für faule Kredite ging trotz des dritten Lockdowns auf 149 Millionen Euro von 326 Millionen Euro zurück. Auch die Kosten waren niedriger als im Auftaktquartal 2020. Damit erzielte die zweitgrößte deutsche börsennotierte Bank einen Betriebsgewinn von 538 Millionen Euro nach einem operativen Verlust von 278 Millionen Euro.

Knof prognostizierte für das Gesamtjahr leicht höhere Erträge als 2020 und eine Kernkapitalquote (CET1) von mehr als 12,5 Prozent. Bisher hatte der seit Jahresanfang amtierende Commerzbank-Chef leicht niedrigere Erträge und eine Kapitalquote von über zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Knof bekräftigte zudem die Prognose eines operativen Gewinns im Gesamtjahr. Der ehemalige Allianz und Deutsche-Bank-Manager ist als harter Sanierer bekannt.

2020 war die Commerzbank wegen Umbaukosten, Abschreibungen auf Firmenwerte und einer deutlich gestiegenen Risikovorsorge für faule Kredite tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 2,9 Milliarden Euro.

 

 

(Reuters)