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Gastkommentar

Und am Ende ist sie tot . . .

Nach jedem Frauenmord sind alle betroffen. Doch betroffene Gesichter verhindern keinen einzigen dieser Vorfälle.

Politik, Nachbarn, die Gesellschaft – nach jedem gewaltsamen Tod einer Frau zeigen sich alle betroffen. Aber Betroffenheit ist nicht genug, sie verhindert keinen einzigen dieser Vorfälle. Im aktuellen sechsten Familienbericht heißt es über Gewalt in der Familie: „[Sie] ist in erster Linie Gewalt von Männern gegen Frauen, die auf Gesellschaftsstrukturen gründet, die Frauen und Männer in klar unterschiedenen Rollen und geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern sozialisieren.“ Die dort präsentierten Zahlen ergeben ein eindeutiges Bild: Egal, ob Körperverletzung, gefährliche Drohung oder Mord, die Täter stammen zu 90 Prozent aus dem Familien- oder Bekanntenkreis. Rechtlich bietet das Gewaltschutzgesetz bereits Handhaben, Frauen zu schützen. Die Gründe für Mord an der Partnerin sind ausreichend bekannt: Eifersucht, bestehende Gewalttätigkeit in der Beziehung, Arbeitslosigkeit. Bekannt ist, dass Frauen in der Phase der Trennung besonders gefährdet sind. Bekannt ist, dass finanzielle Abhängigkeit und prekärer Aufenthaltsstatus den Ausstieg aus einer gewaltbeladenen Beziehung verhindern.