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Wettsingen

Song Contest: Ein erstes Großevent - mit Sängern aus dem Vorjahr

Die gebürtige Tadschikin Manizha vertritt Russland mit Empowerment-Hymne „Russian Woman“. Das hatte heftige Reaktionen zur Folge.
Die gebürtige Tadschikin Manizha vertritt Russland mit Empowerment-Hymne „Russian Woman“. Das hatte heftige Reaktionen zur Folge.(c) APA/AFP/ANP/PATRICK VAN EMST (PATRICK VAN EMST)
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Am Dienstag findet das erste Halbfinale statt, Österreichs Kandidat kämpft am Donnerstag um das Finalticket. Livegäste sind in Rotterdam erlaubt - sofern sie nicht über 70 Jahre alt sind.

Am Dienstag dem 18. Mai startet das erste wirkliche Großevent in Coronazeiten: der 65. Eurovision Song Contest im niederländischen Rotterdam. Nachdem Europas Liederbewerb im Vorjahr der Pandemie zum Opfer fiel, wird er heuer in jedem Falle stattfinden - und das sogar als Versuchsveranstaltung mit 3.500 Zuschauern pro Veranstaltung (freilich unter strengen Hygieneauflagen). Für Österreich steigt Vincent Bueno am 20. Mai in den Bewerb ein.

Das Motto, aus dem Vorjahr übernommen, ist wenig kreativ: "Open Up" lautet es - also "Öffne Dich“ oder "Mach auf". Beim Öffnen für eine Kultur-Großveranstaltung geht die European Broadcasting Union (EBU) als Ausrichter vorsichtig vor. Es gibt strenge Testvorgaben für Zuschauer und Teilnehmer und in der sonst bis zu 16.000 Menschen fassenden Ahoy-Arena werden maximal 3.500 Menschen als Livegäste erlaubt - wenn diese nicht älter als 70 sind. Die speziellen Risikogruppen sind nämlich nicht zugelassen. Im Gegenzug fallen die Ticketpreise für das Finale heuer mit knapp 250 Euro deutlich günstiger aus als in den Vorjahren.

Kandidaten aus dem Vorjahr und neue Aufreger

Von den im Vorjahr benannten Kandidaten kehren heuer 26 zurück - mit jeweils neuem Lied, was eine Vorgabe war. Dazu gehört mit Vincent Bueno auch Österreichs Hoffnung, der nach der schnelleren Nummer "Alive" im Vorjahr mit "Amen" nun einen ruhigen Popsong im Angebot hat, eine Klage über das Ende einer Liebe.

Bekannterweise kann Österreich kann dank Conchita Wurst ("Rise Like A Phoenix" 2014) und Udo Jürgens ("Merci Cherie" 1966) auf bis dato zwei Siege zurückblicken. Es gab allerdings auch fünf letzte Plätze.

Insgesamt sind mit 39 Teilnehmerländern zwei weniger am Start als 2020 vorgesehen waren. Im Vorfeld gab es (beinahe traditionell) wegen mancher Beiträge  Aufruhr, etwa als etwa in Zypern orthodoxe Christen gegen den Beitrag "El Diablo" mobilisierten oder die russische Teilnehmerin Mahniza wegen ihrer tadschikischen Wurzeln in die Schusslinie geriet. Sie geht mit der Empowerment-Hymne „Russian Woman“ ins Rennen. Wirklich zurück zog dann Armenien wegen des Kriegs mit Aserbaidschan um Berg-Karabach, während Weißrussland wegen eines die Demonstranten gegen Machthaber Lukaschenko verhöhnenden Texts disqualifiziert wurde.

Vier Moderatoren, 26 Kandidaten im Finale

Aus beiden Halbfinalrunden steigen nun wie immer je zehn Länder auf und treffen im Finale auf die fünf Großzahler Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien sowie Gastgeber Niederlande. Insgesamt sind also wieder 26 Kandidaten im Finale vertreten. Die Entscheidung über die Sangeskrone beim größten TV-Unterhaltungsevent der Welt fällt am 22. Mai, wobei zur Hälfte die Zuschauer mit ihren Stimmen und andererseits die Fachjurys über den Sieger entscheiden. Die magischen Worte "And twelve points go to ..." für Österreich wird dabei heuer zum zweiten Mal Ö3-Moderator Philipp Hansa sprechen.

Durch die Shows führt ein Moderationsquartett aus den drei Damen Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Nikkie de Jager sowie ihrem Kollegen Jan Smit. Sie werden wie die Teilnehmer eine Bühne bespielen, die wieder von Florian Wieder kreiert wurde, der schon für einige ESC-Designs den Stift führte, darunter jenes vom Wiener Song Contest 2015.

Und auch im ORF dominiert der Song Contest die kommende Woche. Kommentatorenveteran Andi Knoll wird heuer erneut drei Ausgaben auf ORF 1 von "Mr. Song Contest proudly presents" am 18., 20. und 22. Mai jeweils vor den Finalrunden gestalten. Freilich kann man erwarten, dass der Song Contest heuer auf etwas weniger Interesse als vor der Pandemie stößt. War das doch auch bei der Übertragung anderer Veranstaltungen wie etwa der Oscarnacht der Fall.

 

(APA)