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Operette

Wer küsst da wen?

Franz von Suppè, umringt von Kollegen.
Franz von Suppè, umringt von Kollegen.AFP
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Dass sich in der Operette „Der Teufel auf Erden“ die Äbtissin Aglaja als diabolisches Mannsbild entpuppt, ist schon ein kühner Effekt. Da sage noch einer, Franz von Suppè sei aus der Mode! Über Genderdebatten, die Kunst der Operette und die Premiere in der Volksoper.

Ouvertüren, Ouvertüren, Ouvertüren. Alles, was von Franz von Suppè (1819 bis 1895) zu bleiben scheint, sind Ouvertüren. Die zu: „Leichte Kavallerie“, „Die schöne Galathée“, „Pique Dame“, „Boccaccio“, „Zehn Mädchen und kein Mann“, „Der Gascogner“, „Tantalusqualen“ und, und, und. Es gibt eine sechs CDs umfassende Anthologie beim Label Marco Polo, Herbert von Karajan hat etliche eingespielt, Sir Georg Solti, Sir John Barbirolli, Zubin Mehta, Neeme Järvi und viele andere mehr. Auch die Wiener Philharmoniker setzen seit 1979 regelmäßig Ouvertüren von Suppè auf das Programm ihres Neujahrskonzerts, und weder Lorin Maazel noch Franz Welser-Möst, Andris Nelsons, Gustavo Dudamel oder gerade eben Riccardo Muti war sich je zu schade, diese zu dirigieren.

Warum also, fragt man sich, sind die Operetten des Meisters nahezu vollkommen aus den Spielplänen der Theater verschwunden, und warum findet man auf CDs gerade noch eine Uraltaufnahme des „Boccaccio“ und nicht gerade berauschende Einspielungen etwa der „Schönen Galathée“, „Pique Dame“ und „Fatinitza“? An der Musik kann es, wie man an der Namensliste der besten Dirigenten der Welt gesehen hat, wohl kaum liegen. Viele der Operetten zählten zu seiner Zeit zu den meistgespielten und -gehörten.