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Maria Kouba als Salome

Steirische Primadonna

Maria Kouba starb im 100. Lebensjahr in Graz.

Am 15. Mai ist im 100. Lebensjahr die steirische Sopranistin Maria Kouba gestorben. Das berichtet die Familie der Künstlerin. Kouba wurde Ende der Fünfzigerjahre bekannt, vor allem dank ihrer Interpretation von Richard Strauss' "Salome", die sie erstmals in Graz gesungen hat - als Einspringerin konnte sie punkten, die Opernwelt horchte auf.

In Graz war Kouba nach dem Überraschungscoup in den folgenden drei Spielzeiten die Primadonna in elf Premieren, darunter Verdis "Troubadour", Puccinis "Butterfly" und Johann Strauß' "Zigeunerbaron".

Danach gastierte die Sängerin in vielen internationalen Häusern, kehrte aber immer wieder nach Graz zurück. Landsmann Karl Böhm brachte sie sogar an die New Yorker Met, wo sie in der Spielzeit 1965/66 von Birgit Nilsson in einigen Vorstellungen die "Salome" übernahm und auch die Senta in Wagners "Fliegendem Holländer" sang. Vor allem ihre schauspielerische Leistung als Salome wurde hoch gelobt, die Stimme, merkten die Rezensenten an, sei für die Met ein wenig zu zart, um in den entscheidenden Momenten durchzudringen.

An der Wiener Staatsoper kam es nur zu drei Gastspielen Mitte der Sechzigerjahre,  einmal als Salome, zweimal als Janaceks "Jenufa". Kommerzielle Schallplattenaufnahmen hat Maria Kouba nicht gemacht. Dafür existiert eine ORF-Fernsehproduktion aus den Pioniertagen des Mediums, in der sie die "Salome" an der Seite von Hans Hotter (Jochanaan) und Julius Patzak (Herodes) unter Hans Swarowskys Leitung gestaltete. So ist ihr wichtigstes Rollenportät - die Salome hat sie über 200 Mal gesungen! - auch optisch für die Nachwelt bewahrt worden.

 

"Salome", 1960