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Unterwegs

Mit dem Fahrrad in Wien-Dornbach

Wien-Dornbach
Wien-Dornbach(c) imago images/Volker Preu�er (Volker Preusser via www.imago-images.de)
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Auf Grätzelreise in Wien-Dornbach: Wie man einen Radweg erfolgreich nicht baut. Und dann doch, irgendwie halt.

Wer die Dornbacher Alszeile mit dem Rad stadtauswärts fährt, hat zur Rechten den Hernalser Friedhof, der als Einstimmung auf das nächste Wegstück dienen mag: Sobald man in die Hauptstraße einmündet, wird's lebensgefährlich. Dort drängt der motorisierte Speckgürtel hochfrequent in die Stadt hinein und wieder heraus und muss sich, zum sichtbaren Verdruss der Autofahrer, mit der Straßenbahn jeweils eine enge Fahrspur teilen. Mischen sich noch Radler ins Gemenge, wird's brisant. Fad für die vielen Biker, die am Weekend gen Exelberg strampeln, aber niemand weiß, wie viele Ambitionen, das Rad fürs tägliche Pendeln zu nutzen, an genau dieser Stelle versanden. Ein Radweg wäre eine gute Idee.

Und die ist nicht wirklich neu. Als sich im Vorjahr eine Bürgerinitiative („Dornbach radelt sicher“) gründete, „aus Ärger“, wie ihr Sprecher sagt, stellte man erstaunt fest, dass über den Radweg seit 30 Jahren gesprochen wird. Aber was ist schon die Rede gegen die Kräfte der Beharrung? Die SPÖ Hernals, die ihrer Bezirksvorsteherin vor der letzten Wahl noch bei jeder sich bietenden Foto-Opportunity einen Fahrradsattel unters Gesäß schob (die Grünen liegen auf Platz zwei), versucht ein mögliches Projekt, gegen das man sich nun offenbar nicht mehr wehren kann, so klein wie möglich zu denken. Ergebnis: Wiens erster Radweg mit Öffnungszeiten – die Parkspur (ich zählte letztens 14 Pkw) soll tagsüber Radlern offenstehen, kundgetan durch „Piktogramme und Schilder“. Gratulation. Ein einziges Auto, das dort „nur ganz kurz“ hält, und die Situation ist gefährlicher denn je.

timo.voelker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2021)