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Interview

Angus Robertson: „Die Separatisten sitzen in England“

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon mit Angus Robertson.
Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon mit Angus Robertson.REUTERS
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Angus Robertson, Neo-Mandatar der Scottish National Party, über die Pläne für ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum, den Weg zurück nach Europa und die „gefährliche“ Absicht der britischen Regierung, sich dem demokratischen Willen der Schotten entgegenzustellen.

Als die 129 neugewählten Abgeordneten des schottischen Parlaments zum Ende dieser Woche vereidigt wurden, war auch ein klein wenig Österreich dabei. „Zur Zeremonie tragen alle Mandatare eine Blume im Knopfloch. Das haben wir uns bei der Konstituierung unseres Parlaments 1999 vom österreichischen Nationalrat abgeschaut“, erzählt Angus Robertson, nunmehr Vertreter des Wahlkreises Edinburgh Central für die Scottish National Party (SNP). Robertson war daran maßgeblich beteiligt: Von 1992 bis 1999 lebte der Sohn eines schottischen Vaters und einer deutschen Mutter in Wien als Journalist des ORF-Kanals Blue Danube Radio.

Bis heute ist er Österreich eng verbunden. Im Herbst erscheint sein Buch über Wien, und obwohl er seit seinem Wahlerfolg „keine freie Sekunde“ hatte, findet er Zeit für ein Exklusivinterview mit der „Presse“. Seinen Eid als Abgeordneter leistete er übrigens auf Englisch und Deutsch. Dabei trug er, wie alle SNP-Vertreter, eine kleine weiße Rose, das Symbol der Unabhängigkeit Schottlands nach dem Gedicht von Hugh MacDiarmid: „Die kleine weiße Rose Schottlands/Sie duftet scharf und süß – und bricht das Herz.“

Ihre Partei, die Scottish National Party (SNP), feierte einen Sieg bei der Parlamentswahl. Die Partei hat aber letztlich nur einen Sitz mehr als 2016 gewonnen. Ist so viel Jubel angebracht?

Angus Robertson: Wir haben mehr Stimmen bekommen als die zweit- und drittplatzierte Partei gemeinsam. Wir haben den Auftrag des Volkes, Schottland zu regieren und auch dafür, die Vorbereitungen zu treffen für eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit, sodass Schottland einen Weg zurück in die Europäische Union als souveräner Staat verfolgen kann.

Ist die SNP enttäuscht, dass sie die absolute Mehrheit um ein Mandat verfehlt hat?