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Brüssel-Briefing

Das süße Gift der Online-Pressekonferenz

BELGIUM-EU-POLITICS-HEALTH-VIRUS
Niemand da - nicht einmal die Chefin selbst.APA/AFP/POOL/VIRGINIA MAYO
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Seit mehr als einem Jahr halten sich Kommission und Regierungen uns Journalisten fast durchwegs physisch vom Leib. An den Videokonferenzen haben sie soviel Gefallen gefunden, dass sie nun Pläne wälzen, sie zur Dauereinrichtung zu machen - womit sie sich unbequemen Fragen noch einfacher entziehen könnten.

Ich weiß noch ziemlich genau, wann ich zum letzten Mal physisch an der wochentäglichen Pressekonferenz der Europäischen Kommission teilgenommen habe: es war knapp vor dem ersten Lockdown in Belgien, also Anfang März, und viele meiner Gesprächspartner hatten schon in den Wochen zuvor seltsam geschaut, wieso ich keine Hände mehr schütteln, sondern nur mehr den seither landläufigen Ellbogengruß machen wollte. Ich teilte mein Fläschchen Handdesinfizierungsgel mit der Kollegin von der „New York Times“, Abstand mussten wir im großen Auditorium des Berlaymont-Gebäudes nicht halten.