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Literatur

Zwei Personen suchen eine Autorin

„Nil“ von Anna Baar – ein erlesener Roman über das Schreiben. Vielleicht zu erlesen.

Man muss solche Sätze mögen. Oder sie wenigstens für ansprechend halten, denn man begegnet ihnen ständig in Anna Baars neuem Roman. „Im Schweigen ist weniger Stummsein als in gängigen Worten.“ Oder: „Das Künftige ist gesät aus der Vergangenheit.“ Oder um eine etwas längere, nicht ganz so mit der eigenen Bedeutung prunkende Passage zu zitieren: „Als Kind stand ich abends am Fenster, erpicht, einen Dieb zu ertappen, nein, nicht ihn zu ertappen, sondern auf frischer Tat zu erspähen, jenen letztlichen Retter, der es zuwege brächte, den immer grimmigen Alten von dem Fluch des Geldes zu befreien.“ Das ist gedrechselt, poliert, auf antik eingefärbt wie der ganze Text, mit erlesenen Formulierungen verziert und mit grammatikalischen Preziosen – wie etwa der ausufernden Verwendung des Konjunktiv 1.