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Erdrutsch am Juridicum: Jubel über AG-Verluste

Studienvertretung dürfte rot eingefärbt worden sein.

Wien. „Sensationell“, jubelten linke Studierende am Freitag auf Twitter. „Juridicum ist rot!“, hieß es von anderen. Und: „Wow! Die AG Jus ist tot.“ Das offizielle Ergebnis stand zwar noch aus – laut ersten, noch inoffiziellen Informationen dürfte die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft am Juridicum der Universität Wien bei der ÖH-Wahl aber einen historischen Verlust eingefahren haben. Vier der fünf Studienvertreter für das Jus-Diplom gehören demnach dem roten VSStÖ an, einer ist unabhängig – und kein einziger gehört zur AG.

Wenn sich das so bestätigt – kundgemacht werden die Ergebnisse am Dienstag –, ist das für die Aktionsgemeinschaft, die auch auf der ÖH-Bundesebene vom ersten Platz verdrängt wurde, besonders bitter. Denn eigentlich gilt das Juridicum als AG-Bastion. Und nachdem die Aktionsgemeinschaft 2017 wegen antisemitischer Chats Mandate verloren hatte, stellte sie zuletzt wieder alle Diplomstudienvertreter. Aus dem Juridicum kommt außerdem die aktuelle ÖH-Vorsitzende und AG-Spitzenkandidatin, Sabine Hanger.

 

AG verliert auch an der WU

Auch auf Hochschulebene hat die AG an der Uni Wien Stimmen verloren: Sie rutschte mit minus acht Prozentpunkten auf rund elf Prozent. Insgesamt bleibt die größte Hochschule des Landes trotz grüner Verluste links dominiert, die roten Studierenden des VSStÖ halten Platz eins mit 35 Prozent.

An der Wirtschaftsuniversität muss die AG ebenfalls Verluste beklagen: Sie hat dort zehn Prozentpunkte verloren und liegt bei 45 Prozent – kann ihre absolute Mandatsmehrheit aber noch halten. An der Uni Innsbruck – traditionell auch eine AG-Hochburg – verliert die Aktionsgemeinschaft mit nunmehr 38 Prozent die absolute Mehrheit. Immerhin an der Uni Linz wählte auch diesmal mehr als jeder Dritte die AG.

Die Fachschaftslisten bleiben an den Technischen Unis in Wien und Graz zwar die mit Abstand stärkste Fraktion, an der TU Graz hat es nach einem Rückgang um neun Prozentpunkte auf 42,6 Prozent allerdings nicht mehr für die Absolute gereicht. An der Med-Uni Wien liegen jetzt die unabhängigen Medizinstudierenden statt der FLÖ auf Platz eins. (beba/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2021)